Andreas Lösch Richtig viel Geld in die Hand nimmt der Landkreis Haßberge für den Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG) in Ebern. Mehr sogar, als ursprünglich geplant: Rund 28 Millionen Euro sind es nun, die das Projekt - Stand heute - kosten wird.

Das sind über zwei Millionen Euro mehr, als zu dem Zeitpunkt, an dem der Kreistag des Landkreises Haßberge (der Sachaufwandsträger ist) im März 2017 beschloss, das marode Schulgebäude abreißen und ein komplett neues aufbauen zu lassen. Eva Mangold, die Leiterin der Hochbauverwaltung im Landratsamt Haßberge, informierte darüber am Montag den Kreisbauausschuss (zur Vorbehandlung) sowie den Kreistag - die beiden Gremien stimmten den Mehrkosten ohne große Diskussion zu. Zudem wurden die Planungen für den Neubau der weiterführenden Schule am Dienstag in Ebern der Öffentlichkeit vorgestellt (siehe Artikel unten), unter anderem Landrat Wilhelm Schneider und das ausführende Ingenieurbüro Baur Consult aus Haßfurt standen den Zuhörern Rede und Antwort.

Zurück zu den Mehrkosten: Wie Eva Mangold erklärte, sind zum einen die Baukosten gestiegen. Preissteigerungen im Baugewerbe schlagen mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche. Weiterhin bahnen sich durch den erhöhten Raumbedarf, der sich durch die Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums (G9) ergibt, zusätzliche Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro an. Zusammen sind das laut Mangold rund 2,7 Millionen Euro, die aber durch Einsparungen im Bereich der Haustechnik und der Ausstattung auf rund 2,4 Millionen Euro reduziert werden konnten.

Wer zahlt wie viel mehr?

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Muss das nun alles der Landkreis Haßberge zahlen? Nein. Zumindest dann nicht, wenn die mündlichen Zusagen der Regierung von Unterfranken bezüglich der Förderhöhe eingehalten werden. "Mündlich sind uns 70 Prozent zugesichert worden", sagte Landrat Wilhelm Schneider. Freilich sei eine mündliche Zusage rechtlich nicht bindend, "wir brauchen das noch schriftlich". Bleibt es bei den 70 Prozent und der nun angenommenen förderfähigen Fläche von 5339 Quadratmetern (diese hat sich durch den veränderten Raumbedarf erhöht), bleibt für den Landkreis Haßberge ein Eigenanteil von rund 11,9 Millionen Euro übrig (laut Berechnungen vom 1. Oktober 2018). Im Vergleich zum im Oktober 2016 berechneten Eigenanteil in Höhe von rund 11,6 Millionen Euro sind das rund 300 000 Euro mehr für den Landkreis, was sich laut Mangold in einem "noch vertretbaren Rahmen" bewegt. Das sahen die Kreisräte auch so und stimmten dem neuen Kostenansatz zu.

Zudem betonte Landrat Schneider, dass die Investition langfristig der Bedeutung des wichtigen Schulstandorts Ebern gerecht werde. Auch mit Blick auf die Einzugsgebiete des FRG außerhalb des Landkreises Haßberge (Schüler aus den Nachbarlandkreisen Coburg und Bamberg) erhöhe man mit dem Neubau dauerhaft die Attraktivität der Bildungseinrichtung. "Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, dass die Schülerzahlen stabil bleiben", sagte der Landrat.