Eine Kommune im Landkreis Bad Kissingen, die häufig von Starkregenereignissen betroffen ist, ist der Markt Burkardroth. Dort arbeitet die Verwaltung derzeit mit Fachleuten an einem Sturzflutzenmanagement. Überlastete Kanäle sowie fehlende Rückhaltemöglichkeiten sorgen bei starken Regenfällen dafür, dass Wasser Wohngebäude beschädigt.

"Ergebnisse haben wir noch keine", heißt es von Heiko Schuhmann, dem Kämmerer der Kommune. Das sei der Personallage im Fachbüro geschuldet. Zuständig ist das Ingenieurbüro Björnsen aus Koblenz. Auch der Wegfall eines Ansprechpartners im Wasserwirtschaftsamt habe dazu beigetragen, dass noch keine konkreten Ergebnisse vorlägen.

Das Ingenieurbüro begutachtete zunächst den Ist-Stand im Markt Burkardroth. Aufbauend auf der Analyse, sollen konkrete Ansätze abgeleitet werden, wie sich Schäden an Wohngebäuden - wie überflutete Keller - durch Starkregen vermeiden lassen. Insgesamt umfasst das Sturzflutenmanagement vier Stufen. Als Lösungsansätze sind beispielsweise Regenrückhaltebecken oder deren Ausbau in Betracht zu ziehen.

Doch nicht nur Neubauten tragen dazu bei, die Regenmengen einzudämmen. Auch die Pflege überwucherter Gräben hilft dabei, das Wasser geordnet abzuleiten. Im Rahmen der Flurbereinigung hatte der Markt Burkardroth sogar versucht, das Oberflächenwasser um die Orte herum zu leiten. Das ist wichtig, denn durch die hügelige Rhöner Landschaft fließen sonst Wassermassen entlang der Falllinie des Hanges abwärts. In Oehrberg wurde ein Wohnhaus 2017 auf diese Weise zwei Mal beschädigt.

Bei dem Projekt arbeiten mehrere Kommunen zusammen. "Bachläufe machen nicht an den Gemarkungsgrenzen halt", sagt Schuhmann. "Wir möchten es als Allianz im großen Bereich ortsübergreifend lösen." Mit im Boot sind die Allianzgemeinden des Kissinger Bogens, Oberthulba, Nüdlingen und Bad Bocklet. josch