Der Markt Mainleus geht weiterhin neue Wege und nimmt in den kommenden Wochen den Probebetrieb von zwei möglichen neuen Verkehrsregelungen an der Kreuzung Pölzer Straße/Hauptstraße vor. Beide Varianten, die von Bürgermeister Robert Bosch (CSU) und dem Verkehrsplaner des Marktes Mainleus, Dipl.-Ing. Andreas Höhne, gestern im Rahmen eines Pressegespräches im Sitzungssaal des Rathauses vorgestellt wurden, werden jeweils eine Woche "live" erprobt und dann ausgewertet und dem Marktgemeinderat in der April-Sitzung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

Bürgermeister Robert Bosch verwies zunächst auf den Auftrag des Marktgemeinderates aus dem Jahr 2014, einen Städteplaner zur Erstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) zu beauftragen, um die Marktgemeinde aufzuwerten. Bürgermeister Robert Bosch: "Das hat dann zu einem Prozess geführt, dass in den Jahren 2016 und 2017 mit den Bürgerinnen und Bürger Ortsspaziergänge unternommen und zu Bürgerworkshops eingeladen wurde."

Im Jahr 2018 erfolgte die Fertigstellung von Isek mit dem Handlungsfeld "Rathausumfeld". Ein Jahr später wurde ein Wettbewerb zur Neugestaltung des Umfeldes am Rathaus ausgelobt. Und wie Bürgermeister Robert Bosch dazu feststellte: "Der Wunsch der Bürger im Workshop war mehr Aufenthaltsqualität und mehr Grün in diesem Bereich." 2020 tagte ein Preisgericht über diesen Wettbewerb und als Sieger ging der Landschaftsarchitekt Paul Böhmer aus Bamberg hervor. Federführend für die Planung war der Landschaftsarchitekt, doch die Marktgemeinde hatte mit Dipl.-Ing. Andreas Höhne noch einen Verkehrsplaner mit eingeschaltet, der die verkehrsplanerischen Details bewertete. Anhand von Luftbildern wurde dann der Siegerentwurf mit der alten Verkehrslage rund um das Rathaus verglichen. Die Vorteile lagen sehr schnell auf der Hand:

- Günstiger Winkel an der Kreuzung

- Kleinerer Trichter in die Hauptstraße, denn bisher beträgt die Breite 34 Meter von Scheitelpunkt zu Scheitelpunkt. Das bedeutet, zwei Sattelzüge hätten nebeneinander Platz

- Geringere Verkehrsfläche für motorisierte Kraftfahrzeuge und mehr Fläche für Fußgänger.

Das Preisgericht hat den Siegerentwurf gewürdigt und kam am 19. Februar 2020 zur Feststellung, dass die Pölzer Straße in geschickter Linienführung nahezu senkrecht auf die Hauptstraße trifft und damit in besonderer Weise gute Aufenthaltsbereiche für die Fußgänger schafft. Für Bürgermeister und den Marktgemeinderat war damit auch klar, dass die Gemeinde mit den neuen Verhältnissen auch verkehrstechnisch bei der Kreuzung Pölzer Straße/Hauptstraße reagieren müsse.

Verkehrstrichter wird kleiner

Verkehrsplaner Andreas Höhne: "Es ist künftig eine von zwei Möglichkeiten denkbar: Vollverampelung oder Abbiegegebot für größere Kraftfahrzeuge." Dipl.-Ing. Andreas Höhne zeigte mit Bürgermeister Robert Bosch die Unterschiede von "alt" und "neu" auf, vor allem was den Straßenverkehr angeht. Bürgermeister Robert Bosch: "Beim neuen Entwurf ist der Verkehrstrichter am Rathaus zugunsten von mehr Aufenthaltsfläche am Rathaus natürlich kleiner, und das hat auch der ganze Prozess so ergeben. Wir haben aber beide Varianten mit dem Landratsamt Kulmbach abgestimmt, was möglich ist, und das Ergebnis ist, dass beide Lösungen verkehrstechnisch möglich sind, und die wollen wir jetzt erproben."

Die beiden Probeläufe erfolgen von Dienstag, 15. März, bis Mittwoch, 21. März, und von Mittwoch, 23. März, bis Dienstag, 29. März. Bürgermeister Robert Bosch: "Man sieht ja dann, welche Auswirkungen haben die beiden Varianten an der Kreuzung direkt und auch im näheren Umfeld." Favorisiert wird vom Verkehrsplaner Dipl.-Ing. Andreas Höhne eine Kreuzung ohne Ampel: "Sie kostet nicht nur rund 200 000 Euro, sondern bei einer Ampel werden dann oft auch Schleichwege gesucht. Wir werden dann nach den zwei Wochen eine Auswertung vornehmen."