Bernhard Panzer In der Stadt gibt es rund 3600 Straßenleuchten, 3156 Stück sollen auf LED-Technik umgestellt werden. Doch dieses Vorhaben verzögert sich nun, verursacht durch die Corona-Krise. Denn Covid-19-bedingt fehlen noch einige Leuchtentypen und können erst Ende Oktober geliefert werden.

Das berichtet die Stadtverwaltung in ihren Erläuterungen zu einem Themenkomplex, der heute Abend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses behandelt wird. Ziel ist es, bis zum Jahresende 65 Prozent zu wechseln. Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung soll dann im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Stromkosten sinken

"Die Stadt Herzogenaurach investiert in die Zukunft und vor allem in geringere Stromkosten. Die meist veralteten Straßenlaternen verschlingen große Mengen an Energie, und viele Städte stellen deswegen die Leuchten auf die umweltfreundliche LED-Technologie um - so auch Herzogenaurach". Das berichtete der FT zum Auftakt der Aktion im Juni. Begonnen wurde im Südwesten der Stadt, in der von-Weber-Straße. Umgesetzt wurden seither die Ortsteile Burgstall, Zweifelsheim und Höfen.

Schwierige Anfahrt

Durch Lieferengpässe und die Tatsache, dass beim Austausch der Leuchten immer wieder Straßenzüge mehrmals angefahren werden mussten, kam es zu Zeitverzögerungen, stellt die Verwaltung weiter fest. Im Juli und August konnten lediglich 40 Leuchten pro Woche gewechselt werden. Jetzt aber, sobald die Leuchten geliefert sind, will man die Wechselkapazität verdreifachen. Das soll außerdem mit Fremdpersonal geschehen. Bisher sind 416 Leuchten umgerüstet, dazu zehn der 40 Schaltstellen.

Im Zusammenhang mit der LED-Umstellung will man das komplette Stadtsystem auf das so genannte City-Touch-System, umrüsten. Dieses erlaubt, wie Bürgermeister German Hacker erläutert, dass jede einzelne Leuchte separat angesteuert werden kann. Bisher war man davon ausgegangen, vorerst nur ein Drittel umzurüsten. Man habe jetzt aber ein gutes Angebot vorliegen, weshalb die komplette Umstellung eine sinnvolle Sache sei, wie Hacker meint.

Der Bruttopreis wird auf 261 000 Euro beziffert, womit sich die gesamte Auftragssumme für die LED-Umrüstung um 91 000 Euro erhöht. Das Projekt kostet damit 1,4 Millionen Euro.

Die Vorgehensweise

Unter der Leitung der Herzo-Werke werden die Metalldampfleuchten durch erheblich energieeffizientere LED-Beleuchtungstechnik ersetzt, wurde im Juni beim Ortstermin erläutert. Damit lassen sich Energieverbrauch, Energiekosten und Wartungsaufwand reduzieren. Durch die umweltfreundlichen Leuchten verringert sich der Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent und die CO2 -Belastung sinkt erheblich, hieß es. Die neuen Leuchten können exakt auf die Umgebungsverhältnisse

eingestellt werden, sie halten bis zu 40 Jahre und sollen "insektenfreundlicher" sein.

Die neuen Leuchten verfügen über ein neutralweißes Licht mit

einem Temperaturwert von 4000 Kelvin und einer Gesamtanschlussleistung in Herzogenaurach von etwa 114 kW. Damit

kann der Gesamtenergieverbrauch von derzeit 1,3 Millionen

Kilowattstunden um mehr als die Hälfte reduziert werden - auch unter Einbezug der Nachtabsenkung. "Das bietet uns nicht nur ein Einsparpotenzial im Sinne der Wirtschaftlichkeit,

sondern trägt auch erheblich zur

Senkung des CO2-Ausstoßes und damit zum Klimaschutz bei", erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD) beim damaligen Ortstermin die Vorteile.