"Mit Wasserstoff die Zukunft heute gestalten!" Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert im Rahmen des HyStarter-Projekts neun Regionen in Deutschland bei der Entwicklung eines Wasserstoffkonzepts und der Herausbildung eines Akteursnetzwerks vor Ort. Der Landkreis Kulmbach hat seinen "Hut" für diese Bewerbung bereits in den Ring geworfen, wie Klimamanagerin Ingrid Flieder den Umweltausschuss des Kreistages bei seiner Sitzung am Dienstagnachmittag unterrichtete.

Als Teil des HyLand-Programms werden die Regionen mit Mitteln des Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie fachlich und strategisch unterstützt. Die Herausforderungen für die Regionen bei der Entwicklung der Wasserstoff-Konzepte sind dabei unterschiedlich gelagert. Landrat Klaus Peter Söllner (FW): "Wir hoffen, dass wir dabei sind, es ist ein spannendes Thema. Auch der Freistaat Bayern hat den Plan, dass in vielen Feldern Wasserstoff genutzt wird." Die Beteiligung für den "HyStarter" ist nach den Worten von Landrat Söllner außergewöhnlich, denn bis jetzt liegen rund 70 Bewerbungen vor. Es handelt sich dabei um ein nationales Innovationsprogramm in der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und erklärtes Ziel ist, den Ausbau der regionalen Wasserstoff-Wirtschaft und erneuerbarer Energien zu fördern. Dabei geht es um eine Konzeptionshilfe zum Aufbau einer Wasserstoff-Region und die Vernetzung relevanter Wasserstoff-Akteure.

Wie Klimamanagerin Ingrid Flieger mitteilte, werden potenzielle Standorte zur Erzeugung beziehungsweise Verteilung regional erzeugten Wasserstoffs sowie der Betankungsinfrastruktur gesucht. Dafür wird der Standort auf seine technische und wirtschaftliche Machbarkeit geprüft. Ziel ist es, tragfähige Konzepte zu entwickeln und eine einjährige Begleitung und Beratung durch ein vom zuständigen Bundesministerium beauftragtes Konsortium zu erhalten.

Mit dem Kasendorfer Rainer Herold verfügt der Landkreis Kulmbach bereits über einen örtlichen Akteur, der in der Beratung, Planung und Projektsteuerung für Wasserstofferzeugung und Wasserstoffspeicherung erfolgreich ist. Er ist bereits in der Wasserstoffverarbeitung mit der Energietechnik von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Gebäudeautomaten tätig. Ferner bestehe im Landkreis bereits ein Netzwerk motivierter Akteure, das eine Übertragbarkeit und Synergien mit anderen Landkreisen ermöglicht.

Das Bewerbungskonzept des Landkreises Kulmbach ist, wie Klimamanagerin Ingrid Flieger erklärte, auf erneuerbare Energien für die Wasserstoff-Erzeugung, die Mobilität in den Bereichen Transport, Logistik und Nutzfahrzeuge sowie Sektorenkopplung und saisonale Speicherung ausgelegt. Bislang verfüge der Landkreis Kulmbach bereits über zahlreiche Anlagen für Photovoltaik sowie für Wind- und Wasserkraft. Der Anteil der Energieerzeugung am Gesamtstromverbrauch liegt bei 75 Prozent. Auch Kulmbach ist mit ansässigen Unternehmen als neuer Produktionsstandort denkbar und eine besondere Eignung für den "HyStarter" sieht die Klimamanagerin Ingrid Flieger auch durch eine spezielle Ausbildung der Verkehrsakademie für die künftige Wasserstoff-Mobilität. Ob die Bewerbung Erfolg hat, erfährt der Landkreis voraussichtlich Ende des kommenden Monats.

Daneben stellte Klimamanagerin Ingrid Flieger noch das neue Umweltbildungsprojekt des Landkreises vor: "Mein Stück Natur - im Garten zieht Leben ein". Es ist ein Projekt zum Schutz der Artenvielfalt und Sicherung der Bodendiversität. Es wird eine umfassende Umweltbildung für naturnahes Gärtnern durch Exkursionen und Praxisworkshops für jedes Alter angeboten und es steht mit dem Natur-Erlebnishof Hummendorf/Untersteinach ein neuer Lernort zur Verfügung. Der nächste Vortrag findet am 24. Juni um 19 Uhr zum Thema "Pflanzen im Naturgarten" statt. Anmeldung bis zum 22. Juni per Link: https://formulare.landkreis-kulmbach.de/formcycle/form/provide/1410/