"Internationales Vielerlei in Bild und Form" - unter diesem Titel sind seit Montag höchst unterschiedliche Werke aus der Sammlung der Ianza-ART-Stiftung in der Galerie im Kronacher Landratsamt zu sehen. Abwechslung, Begegnung und Intensität - so lässt sich die am Montag eröffnete Ausstellung in der Landratsamt-Galerie mit sehr sehenswerten Malereien und Plastiken zusammenfassend beschreiben. Vertreten ist ein bunter Mix aus Stilen und Techniken.

Von Kreiskulturreferentin Gisela Lang mit geübtem Händchen gekonnt in der "Nachbarschaft" angeordnet, stechen sich die insgesamt 44 Exponate von Kunstschaffenden aus vielen unterschiedlichen Ländern dabei keineswegs aus. Vielmehr ist es gerade diese ebenso anregende wie erfrischende Mischung, die zu einer großen Gesamtwirkung verschmilzt. Entstanden sind die verkäuflichen Arbeiten bei Workshops mit dem rumänischen Künstler Christian Ianza im Landkreis Kronach sowie in dessen Heimatland.

"Kunst ist schön, aber schwer", bekundete der in unserem Landkreis gut bekannte Keramiker und Bildhauer, der seit über 25 Jahren - anfangs als Asylbewerber mit deutschen Wurzeln, später als freier europäischer Bürger - zwischen Rumänien und Deutschland hin und her pendelt. Ebenso lange setzt er sich schon im Landkreis Kronach für den Internationalen Kulturaustusch zwischen den beiden Ländern ein. Mittlerweile hat der Rumäne mit vielen Menschen im Landkreis Kronach nicht nur künstlerische Freundschaften geschlossen, sondern auch an vielen Orten Kulturprojekte begleitet, entwickelt und durchgeführt. Hierzu zählen auch die zahlreichen - von seiner Ianza-ART-Stiftung getragenen - Workshops in seinem kleinen Kulturzentrum im Marktrodacher Ortsteil Kleinvichtach, das ihm zweite Heimat wurde. Im Laufe der Jahre entstand so eine nicht unerhebliche Sammlung internationaler Oeuvres von Amerika bis Asien.

"Ich bin voller Ideen und ich mache das sehr gerne, aber es verursacht halt auch Kosten", räumte der Rumäne ein, dass "Kunst schön, aber schwer" sei und seine Sammlung - er besitzt rund 300 Gemälde von 100 Künstlern - leider nunmehr sein Depot zu sprengen drohe.

Kunst zu sehr moderaten Preisen

Schweren Herzens habe er sich daher entschieden, im Landratsamt eine größere Anzahl interessanter Werke zeitgenössischer Kunst auszustellen und zu sehr moderaten Preisen anzubieten. Für diese Möglichkeit dankte er Kreiskulturreferentin Gisela Lang, mit der er eine langjährige Freundschaft pflegt.

Willkommen geheißen wurden die Besucher - darunter viele ehemalige Aussteller und Vertreter der Kunstszene - vom stellvertretenden Landrat Bernd Steger, der sich sehr angetan zeigte von der bunten Vielfalt und der hohen Qualität der gezeigten Werke.

Steger und Lang bedauerten, dass gerade kleine Stiftungen die Auswirkungen der derzeitigen Zinslage deutlich zu spüren bekämen. Viele Stiftungen seien, so die Kreiskulturreferentin, gezwungen, ihr Grundkapital anzugreifen. Kommunen profitierten zwar von der Niedrigzinsphase. "Aber die Kultur trifft es als erste und das richtig heftig", prangerte sie an. Die Ausstellung ist bis 28. Februar zu sehen und kann bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes besucht werden. hs