Ein wunderschönes Fest ist Vergangenheit. All der ganze Vorbereitungsstress zum 150.Geburtstag ist Geschichte, hat Platz gemacht für viele tolle Erinnerungen. Der Gesangverein hat sich zu einem der beliebtesten Chöre auf Landkreisebene entwickelt. Dieser Erfolg ist zurückzuführen auf den Dirigenten Bernd Jungkunz, der viel Freizeit für die Singproben und Auftritte opfert. So geht der Verein nun in das 151. Jahr - und hat dafür einen Wunsch: dass sich mehr Jugendliche anschließen, um den Chor zu stärken und zu verjüngern.
Die Festtage wurden eingeleitet im TSV-Sportheim. Die musikalische Unterhaltung hatte die Bläsergruppe der Stadtkapelle Teuschnitz übernommen. Vorsitzender Hans Neubauer blickte kurz auf die Geschichte des Vereins zurück. Am 11 . Februar 1868 fanden sich in Teuschnitz 15 sangesfreudige Männer zusammen, um - wie es im Gründungsprotokoll heißt - "Bildung, gesellige Unterhaltung durch Gesang, Instrumentalmusik und theatralische Abendunterhaltung ..." zu fördern. 1871 zählte der Verein bereits 32 Sänger, 1873 schon 42. 1894 wurde ein weiterer Gesangverein gegründet, der den Namen "Erholung" führte. 1919 beschlossen die beiden Vereine, sich unter dem Namen "Gesangverein Teuschnitz" zusammenzuschließen.
Da der Gesangverein keine Sänger aus der Arbeiterschaft in seine Reihen aufnahm, gründete diese 1921 den Arbeiterschaft-Gesang Teuschnitz, der später den Zusatz "Liederkranz" trug. Hierauf reagierte der Gesangverein Teuschnitz und führte - wohl zur besseren Unterscheidung - den Zusatznamen "Cäcilia". 1969 schloss man sich dann zum Gesangverein Teuschnitz zusammen.
Bürgermeisterin Gabriele Weber erinnerte an die unvergesslichen Weihnachtskonzerte, die sie als besondere Höhepunkte bezeichnete. Die Stadt Teuschnitz sei stolz auf den Chor, der als Kulturträger auch im Landkreis Kronach einen hervorragenden Ruf genieße.
MdL Jürgen Baumgärtner dankte dem Chor für dessen jahrzehntelanges Engagement. Vor allem dankte er dem Vorstand für dessen Arbeit. Und was den Nachwuchsmangel angehe, sprach er dem Chor Mut zu.
Als einen besonderen Höhepunkt bezeichnete Dekan Pötzl den 150.Geburtstag. Über so eine lange Zeit durchzuhalten und die Leute zu motivieren, das sei nicht selbstverständlich. Er dankte dem Chor vor allem für die Mitgestaltung bei den Gottesdiensten. Die Mitglieder des Patenvereins der Sängerrunde Eintracht Reichenbach mit Vorsitzendem Roland Schnappauf gratulierten ebenfalls. Er überreichte ein Geldgeschenk. Vorstandsmitglied Harry Weiß gratulierte für die Sparkasse KU-KC. So ein außergewöhnliches Fest sei nur möglich, wenn die Menschen zusammenhalten wie im oberen Frankenwald. Auch er übergab eine Geldspende.
Die Ehrung seitens des Sängerkreises Coburg-Lichtenfels-Kronach nahm Jens-Uwe Peter vor. An Vorsitzenden Neubauer überreichte er die Urkunde des Deutschen Chorverbandes für das 150-jährige Bestehen und an Lothar Jungkunz die Urkunde für 40 Jahre als Dirigent.
Tags darauf fanden dann eine Kirchenparade, der Festgottesdienst und die Totenehrung statt. Den Festgottesdienst zelebrierte Dekan Detlef Pötzl. Eine besondere Note erhielt der Gottesdienst durch die beiden Männerchöre Reichenbach und Windheim, die gemeinsam mit den Liedern "Herr, Deine Güte", "Sanktus" und "Ora pro novis" die Feierlichkeiten verschönerten.
Das Freundschaftssingen mit den Chören aus Wallenfels, Windheim, Reichenbach und Haig fand dann in der Turnhalle der Grundschule statt. Mit einem Lied über eine Europareise machte der Jubelverein den Auftakt. Vorsitzender Neubauer hob die gute Freundschaft zwischen den Chören hervor. Das reichhaltige Repertoire der Chöre war voll von schönen Liedvorträgen, die zu Herzen gingen. Gruppenvorsitzender Bernhard Zipfel sprach dem Verein Glückwünsche für dessen Arbeit in den 150 Jahren aus. Zipfel: "Liebe Teuschnitzer, macht weiter so, wir sind stolz auf euch!"
Der stellvertretende Kreischorleiter Markus Hässler erinnerte daran, dass Musik die Menschen verbinde. Er erinnerte an den Leitsatz: "Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Bürgermeisterin Weber sprach dem Chor die Glückwünsche der Stadt Teuschnitz aus. Es mache einfach Spaß mit dem Chor, der durch seine Auftritte die Veranstaltungen verschönere.
Glückwünsche des Landkreises übermittelte Landrat Klaus Löffler. Er dankte Dekan Detlef Pötzl für den Gottesdienst, der die Herzen der Gäste erreicht habe. Pötzl habe daran erinnert, wie wichtig es sei, dass man zurückschaut, dass man sich an die Anfänge erinnert, dass man im Herzen behält, wer diesen Verein aufgebaut hat. Bei seiner Laudatio hob er auch Dirigent Bernd Jungkunz hervor, der bei der Stadtkapelle Teuschnitz und beim Gesangverein engagiert ist.
Die Chöre begeisterten nicht nur mit Liedvorträgen. Sie überreichten auch Geldgeschenke. Die Feierlichkeiten wurden von der Stadtkapelle Teuschnitz in der Kirche, am Ehrenmal und beim Freundschaftssingen musikalisch begleitet. Paul Hader