Ihr 150-jähriges Bestehen feierte die Soldatenkameradschaft Wallenfels . In altbayerischen Uniformen holten die Aktiven die Ehrengäste zum Festzug am Rathaus der Stadt ab. Mit dabei waren die „weißen Madla“, die Schwedenfahne sowie die Kreis- und Bezirksstandarten des BKV.

An der Schule schlossen sich die auswärtigen Kameradschaften sowie die örtlichen Vereine an. Für den richtigen Takt sorgten der Trommlerzug, die Blasmusik Neuengrün/Schlegelshaid und der Musikverein Wallenfels . Die frisch polierten Helme und Uniformknöpfe leuchteten im Sonnenlicht, auch die Vereinsmitglieder hatten sich herausgeputzt. Vorneweg marschierten der Husar und die Ulanen, gefolgt vom Tambourzug.

Viele Zuschauer am Straßenrand jubelten und klatschten immer wieder begeistert. Viel Spaß hatten die Kinder der „Wallnfelse Fousanoacht“ und die zahlreichen Kids des BiZ Wallenfels . Mit einer großen Gruppe waren auch die Freunde aus Bingham in leuchtend roten Shirts dabei.

Am Festzelt angekommen, nahm man Aufstellung, bis Hauptmann Christopher Zeuß endlich das Kommando „Rührt euch“ und „Einrücken“ gab.

Beim kurzen Kommers erinnerte Zeuß daran, dass man eigentlich schon 2020 feiern wollte, dies jedoch aus den bekannten Gründen nicht möglich war. Den großen Zapfenstreich nannte er den Höhepunkt des Jubiläums. „150 Jahre Soldatenkameradschaft sind 150 Jahre Tradition bewahren, Kameradschaft sichern und Einsatz für den Frieden“, sagte Schirmherr Bürgermeister Jens Korn . Tradition und Brauchtum müssten bewahrt werden.

58 Veteranen hatten den Verein 1870 gegründet, damals ließen zwei Soldaten ihr Leben. Im Ersten Weltkrieg waren die Verluste mit 65 Soldaten schon höher, und im Zweiten Weltkrieg verloren mehrere Hundert Männer ihr Leben. All die Toten sind laut Korn eine Mahnung an die Politik, verantwortungsvoll mit dem Frieden umzugehen. Die Soldatenkameradschaften stünden für Freiheit und Frieden, aber auch für Versöhnung, das zeige auch die 40 Jahre bestehende Verbundenheit zu den Freunden aus Bingham.

Weil Tradition verbindet

Landrat Klaus Löffler stellte die Soldatenkameradschaft als Kulturträger und Botschafter heraus. „Behaltet die Tradition immer im Herzen“, so Löffler.

Bundestagsabgeordneter Jonas Geissler dankte dem Jubelverein ebenfalls. „ Tradition verbindet die Menschen“, sagte er. Der stellvertretende Präsident der BKV Bayern, Bezirks- und Kreisvorsitzender Gottfried Betz, dankte der SK Wallenfels für 150 Jahre Pflege der Kameradschaft und dafür, dass sie das Gedenken an die gefallenen und vermissten Soldaten hochhielten.

Im Anschluss an den Kommers unterhielt die „Toot Hill Band“ aus der Partnerstadt Bingham die Gäste im Festzelt mit flotter Swingmusik.

Bereits am Vormittag hatte man mit einer Kirchenparade und dem Festgottesdienst aller Verstorbenen und Gefallenen gedacht. sd