Veronika Schadeck

Die Wasserversorgung war am Dienstagabend das Schwerpunktthema des Gemeinderats. Dabei wurde mit einer Gegenstimme der Wasserpreis von 2,99 auf 3,68 Euro netto pro Kubikmeter erhöht. Steigen werden auch die Grundgebühren von 72 auf 108 Euro pro Jahr für die Haushalte.

Seit vielen Jahren ist die Wasserversorgung in Nordhalben ein Thema. Es geht um Fragen wie beispielsweise: Nutzt man die eigenen Quellen? Bezieht man das Wasser von der FWO? Wie geht man mit dem Sanierungsstau um? Nun wurde eine Studie in Auftrag gegeben, bei der vom Ingenieurbüro SRP drei mögliche Versorgungsvarianten ausgearbeitet wurden.

Die Mitarbeiterin der Kämmerei, Nadine Köstner, stellte diese vor. So würde bei der Variante A zwar ein geringer Fremdwasserbezug über die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) anfallen, dafür müssten aber unter anderem weitgehende Untersuchungen für die Quellgebiete durchgeführt und Quellfassungen saniert werden. Insgesamt müsste der Markt rund 33,3 Millionen Euro investieren.

Bei Varianten B würde unter anderem mehr Wasser über die FWO bezogen, der Ortsteil Heinersberg würde aber weiter über das Quellgebiet Heinersberg versorgt werden. Hier sprach Köstner von Kosten in Höhe von etwa 28,6 Millionen Euro.

Bei Variante C käme das Wasser von der FWO. Diesbezüglich fielen Sanierungskosten, beispielsweise für Wasserleitungen, in Höhe von rund 24 Millionen Euro an.

Nadine Köstner wies darauf hin, dass in der Studie die erste Variante als nicht wirtschaftlich angesehen wurde. Aufgrund der fehlenden wasserrechtlichen Erlaubnis für die Entnahme von Quellwasser und für die Ausweisung der Wasserschutzgebiete sowie wegen der Baukosten wurde zur Inanspruchnahme der Variante C geraten. Für Michael Wunder (CSU) ist klar, dass die Gemeinde und die Bürger keine der möglichen Varianten finanziell stemmen können. Er schlug vor, ähnlich wie die Frankenwaldgruppe (FWG), sich um Förderungen zu bemühen. Und er meinte: „Eigentlich sagt jeder Menschenverstand, dass nur die Variante C möglich ist.“

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) meinte, dass in der Studie zu wenige Details genannt seien. Gerade in Heinersberg seien bereits einige Investitionen getätigt worden. Er habe seine Zweifel, was die Zahlen betrifft. Dringender Handlungsbedarf bestehe bei der Sanierung von Wasserleitungen. Auch sollte noch geprüft werden, ob künftig für das Feuerlöschwasser mehr Zisternen und Teiche angelegt und dadurch eventuell Kosten gespart werden könnten.

120.000 Kubimeter Verlust

„Wir müssen bei der Wasserversorgung über die politische Schiene fahren“, sagte Ludwig Pötzinger (FW). Die Gemeinde könne die Sanierungskosten nicht alleine schultern. Trotzdem werde man um eine Wasserpreiserhöhung nicht herumkommen. „Wir müssen jetzt endlich mit der Sanierung anfangen“, erklärte Horst Wolf (FW). Er sprach von 120.000 Kubikmetern Wasserverlust in sechs Jahren und dadurch verursachte Kosten in Höhe von 31.000 Euro.

Letztendlich wurde der Vorschlag des Mitarbeiters der Kämmerei, Heinrich Grebner, angenommen. Demnach soll vor den Sommerferien nochmals eine Besprechung mit dem Ingenieurbüro stattfinden. Danach soll eine Prioritätenliste erstellt und mit den dringendsten Maßnahmen begonnen werden. Für Bürgermeister Pöhnlein steht fest, dass mit der Sanierung der Wasserversorgung die Verschuldung des Marktes steigen wird. Albert Färber (FW) mahnte, die Wasserquellen wegen des Klimawandels nicht zu vernachlässigen.