Schlechte Bausubstanz, unzureichende Gebäudestruktur und vermehrter Schimmelbefall – beim ehemaligen Bauhof Am Kupferhammer 3 herrschte Handlungsbedarf. Da eine Sanierung des Betriebsgebäudes als wirtschaftlich nicht sinnvoll erachtet wurde, beschloss man im Stadtrat einen Komplettabriss sowie die Errichtung eines bedarfsgerechten und zeitgemäßen Ersatzneubaus an gleicher Stelle. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren konnte der neue Bauhof nun offiziell in Betrieb genommen werden.

„Mit der Maßnahme wollten wir vor allem vernünftige zeitgemäße Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter schaffen“, betonte Bürgermeister Timo Ehrhardt beim kleinen Festakt am Freitagmittag. Bei dem alten, maroden Gebäude hatte es sich ursprünglich um ein Wohn- und Geschäftshaus gehandelt, das für Bauhof-Zwecke nicht unbedingt ausgelegt war. Entscheidungsfördernd für den Neubau kam sich ausbreitender Schimmel im Werkstattbereich und den Lagerräumen hinzu.

Moderne trifft Tradition

Entstanden ist ein funktionaler – heutigen Ansprüchen und Anforderungen gerecht werdender – Zweckbau. Der Grundriss erfuhr eine Änderung mit einem bedarfsgerechten Raumvolumen, nachdem bislang Teile der vorhandenen Fläche nicht genutzt worden waren. Mit dem Abbruch wurde daher sowohl ein städtebaulicher Missstand als auch ein Teil-Leerstand beseitigt. Der Bürgermeister dankte allen an der Maßnahme Beteiligten – insbesondere auch dem Stadtrat, der im April 2016 den Grundsatzbeschluss zum Ersatzneubau gefasst hatte. Die Auftragsvergaben erfolgten im Zeitraum März bis Juli 2019, die Bauausführung zwischen September 2019 und September 2021. Auf die Gesamtkosten in Höhe von rund 815 000 Euro gewährte der Freistaat Bayern über die Förderoffensive Nordostbayern eine Förderung von rund 77 000 Euro. Nach dem Vorsteuerabzug für das Wasserwerk von rund 36 000 Euro verbleibt ein Eigenanteil der Stadt von rund 702 000 Euro, teils aus Mitteln der Stabilisierungshilfe des Freistaates. „Wir haben das Beste daraus gemacht und können darauf stolz sein“, bekundete der Bürgermeister . Als besonders gelungen erachtete er die ebenso optisch ansprechende wie robuste Außenfassade in Lärchenholz.

„Mit modernen Werkstätten und Sozialräumen für die Mitarbeiter des Bauhofs sowie der Zentrale des Wasserwerks konnte eine zukunftsweisende Einrichtung geschaffen werden“, freute sich Bauhof-Leiter Claus Lindig. Sein Dank galt insbesondere dem Architekturbüro Wolfgang Feuerpfeil mit seinen Mitarbeitern für die sehr gelungene architektonische Gestaltung des Gebäudes. Den fachkompetenten Handwerkern heimischer Firmen sei es zu verdanken, dass das Gebäude in so hoher Qualität und Dauerhaftigkeit entstehen konnte. Seinen Mitarbeitern dankte er, die Zeit des Bauens mit all ihren räumlichen Einschränkungen, Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten mitgetragen zu haben.

Einen Überblick über das aufwändige Bauprojekt mit einem vor allem hinsichtlich der Statik nicht einfachen Bauumfeld gab der Planer Wolfgang Feuerpfeil. Das Erdgeschoss behielt seine ursprüngliche Fläche, während das erste Obergeschoss zur Hälfte nach vorne gerückt wurde. Im Erdgeschoss befinden sich auf einer Fläche von 180 Quadratmetern die Werkstatt bzw. Holzverarbeitung , das Wasser- und Materiallager sowie Flure. Das Erste Obergeschoss umfasst 150 Quadratmeter. Hier entstanden getrennte Büroräume für den Wasserwart, Sanitäranlagen und Sozialräume. Insgesamt nimmt das Wasserwerk gut ein Drittel der Gesamtfläche des Neubaus ein. Der Umkleidebereich wurde vergrößert – mit getrennten Spinden für Straßen- bzw. Arbeits- und Winterkleidung. Auch eine Dusche wurde eingebaut.

Als kleines Einweihungsgeschenk beteiligte sich Feuerpfeil an einer neuen Kaffeemaschine für die Bauhof-Mitarbeiter. Sehr freute man sich auch über vier große Reise-Fotografien des „Ludschter“ Globetrotters Heiko Beyer im Wert von 1 000 Euro, die im Treppenhaus einen Ehrenplatz fanden.