Schon von jeher geht von der ehrwürdigen Marienkapelle im Herzen Ludwigsstadts eine ganz besondere Ausstrahlung aus. Lange Jahre stand das älteste Bauwerk der Stadt leer. Eine Arbeitsgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, das 1986 von der Stadt Ludwigsstadt erworbene und Mitte der neunziger Jahre grundlegend sanierte Gebäude mit neuem Leben zu erfüllen.

Seit rund zehn Jahren verkaufen die Mitglieder allerhand Schönes für den guten Zweck. Dem Team ist es wichtig, dass das alte Gebäude einer Nutzung zugeführt wird und Menschen miteinander in Kontakt kommen. Durch die Veräußerung gespendeter Gegenstände leisten sie zudem einen kleinen Beitrag zur Abfallvermeidung.

Seit Anfang an ist es der Gruppe ein großes Anliegen, die Einnahmen sozialen Zwecken zuzuführen. Über das eigene Kirchturmdenken hinaus will man Hilfe zur Selbsthilfe überall dort in der Welt leisten, wo Armut und Elend herrschen. „Viel Arbeit hängt daran“, bekundet Sprecherin Karin Weber. Dennoch mache die Tätigkeit allen Mitgliedern große Freude.

Bewährt hat sich die regelmäßige Verkaufsöffnungszeit der Marienkapelle an jedem Freitag von 10 bis 14 Uhr. Einmal jährlich wird Kassensturz gemacht, um die vielen Scheine und Münzen zu zählen. „Wir konnten es fast nicht glauben, dass wir dieses Mal 7400 Euro eingenommen haben“, strahlt Karin Weber.

Wie jedes Jahr kommt das Geld wieder Kindern und bedürftigen Menschen zugute, direkt vor der Haustür, aber auch in christlichen Projekten in Afrika und Indien. „Wir sind der Meinung, dass in Deutschland oft auf hohem Niveau gejammert und viel Geld ausgegeben wird, das besser angelegt werden könnte“, verinnerlicht Karin Weber. Daher sei die Denkweise der Arbeitsgemeinschaft: Ein Euro in armen Ländern kann mehr bewirken als hier, wo doch alles abgesichert ist.

Bedacht wird auch heuer das Waisenhaus „Little bare Feet“ in Indien, mit betreut von Katja Neubauer, geborene Harnisch, einem Ludschter Gewächs, sowie die „Kinderhilfe Westafrika“. In der von Claus Lindig aus Ludwigsstadt mit betreuten Einrichtung werden Kinder unterrichtet, Mädchen erhalten zudem eine Ausbildung zur Schneiderin.

Auch die Diakonie in Ludwigsstadt wird wiederum unterstützt. Für viele Pflegebedürftige bedeutet eine professionelle, liebevolle Pflege eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebenssituation und zugleich eine wertvolle Entlastung ihrer Angehörigen.

Bereits getätigt wurde eine Spende für einen Ukraine-Hilfstransport in Höhe von 550 Euro – Geld, das an einem speziell für diesen Verwendungszweck zusätzlich geöffneten Samstag eingenommen wurde.

Carmen Fischer, Lisa Hümmer, Maria Korn, Helmtrud Wagner, Bärbel Drexler, Margit Söllner und Karin Weber danken auf diesem Weg allen, die ihre Arbeit unterstützen, sei es mit Einkäufen oder mit finanziellen Zuwendungen. Ihr Dank gilt ferner den über all die Jahre wechselnden Mitarbeiterinnen . Aktuell ist noch Sommerpause in der Marienkapelle. hs