Verlassen eines Turngerätes - das ist der Abschwung. Eine physikalische Maßeinheit ist Becquerel. Und ein grasgrüner Edelstein kann nur ein Smaragd sein - all das weiß Martha Angne wie aus der Pistole geschossen und schreibt schnell in Großbuchstaben die gesuchten Begriffe in ihr Schwedenrätsel. Auch mit 90 Jahren liebt sie es, in jeder freien Minute Kreuzworträtsel zu lösen. Sie ist sogar schneller als die ganze Gratulationsschar, die zu ihrem Jubeltag gekommen ist und ihr beim Rätseln über die Schulter geschaut hat. Martha Angne braucht zum Lesen nicht mal eine Brille. "Ich hatte eine Star-Operation, ich sehe wieder alles", lacht sie.
Martha Angne ist eine echte Kulmbacherin mit Leib und Seele. Sie ist in Weiher geboren, in der Reuthgasse aufgewachsen und lebt seit 1977 in der Siedlung. Ehe sie in das Seniorenheim in die Tilsiter Straße umgezogen ist, wohnte sie in der Breslauer Straße - nur um die Ecke vom Seniorenheim. Zeit ihres Lebens hat Martha Angne gearbeitet. Erst war sie in der Weberei, später hat sie in der Sparkasse geputzt. "Ach, das war wunderbar. Und so schmutzig war das nicht - höchstens im Winter war viel zu tun", sagt Martha Angne.
Auch im Alter von 90 Jahren ist Martha Angne noch aktiv. Sie macht regelmäßig bei der Seniorengymnastik mit. Doch sonst hat sie mit Sport eigentlich nichts am Hut. Sie liest lieber, rätselt und lässt den Tag ruhig angehen. Außerdem kommt ihre Tochter Anita Hahn regelmäßig vorbei.
Zum Jubeltag gratulierten auch Bürgermeister Frank Wilzok für die Stadt Kulmbach und Rainer Ludwig für den Landkreis Kulmbach sowie Pfarrer Martin Wolff von der Kreuzkirche in Kulmbach.