Anette Schreiber Er sei ein ausgesprochener Familienmensch. Das hatte Johann Kalb vor sechs Jahren bei der Vorstellung als Landratskandidat verraten. Ein Familienmensch ist der Buttenheimer selbstverständlich auch als gewählter Landrat geblieben, auch wenn die Familie den Mann und Vater noch weniger sieht, seit er Bamberger Landrat ist. Freilich hat sich die Familie in den vier Amtsperioden, die Kalb Buttenheimer Bürgermeister war, schon an die Abwesenheit an etlichen Abenden und Wochenenden gewöhnt. Mit zunehmenden Ehrenämtern wurde es mehr.

Am heutigen Montag jedenfalls gehört Hans Kalb zuerst den Seinen, bevor eine ganze Schar von Gratulanten ihre Aufwartung macht - dem Landkreischef zu dessen 60. Geburtstag.

Schon als Teenager zusammen

Als Erste, das dürfte völlig außer Frage stehen, wird da Ehefrau Monika zum Zuge kommen. Hans und seine Monika sind immerhin seit dem Teenageralter ein Paar, seit 1986 verheiratet und seit langem bei vielen offiziellen Terminen gemeinsam präsent. Besonders scheinen sie das im Fasching zu genießen, wenn sie durch aufeinander abgestimmte geschmackvolle Kostüme auffallen. Ganz bestimmt auch beim Buttenheimer Faschingstreiben.

Johann Kalb ist bekanntlich gebürtiger Buttenheimer und stammt aus einem vormaligen Bauernhof. Hier betrieb sein Vater Hans (Hans heißen die Söhne dieser Familie traditionell und somit auch Kalbs Jüngster) einen Kohlenhandel. Den gibt es schon lange nicht mehr. Die Räume wurden zu Wohnungen. Denn den heimischen Hof hat Kalb nie wirklich verlassen, Ort, Land und Leuten die Treue gehalten.

Statt auf die Arbeit ins nahe Rathaus zu laufen, pendelte Johann Kalb in den vergangenen knapp sechs Jahren eben nach Bamberg, so wie viele Buttenheimer auch. Der Radius von Kalb hat sich freilich noch wesentlich weiter vergrößert mit mehr Fahrten nach München und Berlin. Doch die Verwurzelung in Buttenheim reicht tief. Erst und nur hier kann er richtig ausspannen im Kreise seiner Lieben, auch wenn die ganze Familie weiterhin Beziehungen ins Ausland vor allem mit Italien und Frankreich pflegt und lebt. Die Familie schreibt umfassende Bildung groß, Fremdsprachen gehören deswegen ebenso dazu wie Musikinstrumente, wobei der nun 60-Jährige dafür noch weniger Zeit hat. Zeit nimmt er sich für seine Familie und seine Freunde, selbst bei weit über 70 Arbeitsstunden reichenden Wochen.

Ein Jurist

Von Haus aus ist Hans Kalb, ältestes von vier Kindern, Jurist. Doch gerade als er nach dem Studium Partner in einer Hirschaider Anwaltskanzlei wurde, kam die Lokalpolitik dazwischen: Sportfreunde wollten ihn als Stimmensammler auf ihrer Liste. Das Resultat war die erste Amtszeit als Bürgermeister. Dafür stieg die Gattin noch während ihres Jurastudiums an seiner Stelle mit in der Kanzlei ein. "Hier und bei Gericht wurden die drei Kinder groß", verrät Kalb am Rande.

Zuerst bei freier Gruppierung

Die erste Amtszeit saß er für eine freie Gruppierung im Chefsessel des Buttenheimer Rathauses, die folgenden drei für die CSU, als deren Kreisrat er dem Bamberger Kreistag angehörte. Auch in der Kreisvorstandschaft der Partei bringt sich der Jubilar schon lange ein. Vor kurzem sprach sich die Kreis-CSU - "mit überwältigendem Votum" - dafür aus, dass Kalb zu einer weiteren Landratsamtszeit antreten soll. Womit der Wahlkampf jede Menge zusätzliche Termine in den Kalender schwemmt. Dennoch, Zeit für die Familie bleibt unverzichtbar, wichtig zum Kraftschöpfen.

Freilich ist daheim einiges auch einfacher geworden: Zwei Kinder stehen auf eigenen Beinen, haben ihrerseits Familie, nur das Nesthäkchen lebt noch daheim. Alle werden den "runden Geburtstag" mit Vater und Schwiegervater feiern. Denn, wie hatte Kalb schon vor sechs Jahren gesagt: "Was wir machen, machen wir intensiv, arbeiten und feiern."