von unserem Mitarbeiter Thomas Micheel

Redwitz — "Die Jugendarbeit funktioniert perfekt im Landkreis", lobte Kreisbrandrat Timm Vogler in der Dienstversammlung der Führungsdienstgrade der 117 freiwilligen und zwei Werksfeuerwehren im Landkreis. Und die Zusammenarbeit der Feuerwehren betreffend stellte er fest: "Das Kirchturmdenken ist definitiv vorbei."
Zu den Fakten erläuterte der Kreisbrandrat, dass 1358 Mal Feuerwehren im vergangenen Jahr zu Einsätzen gerufen worden seien. Das entspreche einem Durchschnitt von drei Mal am Tag. Einen großen Anteil dabei machen die Einsätze aufgrund von Brandmeldeanlagen aus. Zudem wurden 472 Technische Hilfeleistungen und 287 Sicherheitswachen absolviert. Hinzu kommen 1316 Übungen. "Das sind insgesamt 3431 protokollierte Ereignisse. Pro Tag zehn", stellte er heraus. "Und das alles ehrenamtlich!"


Knapp 8000 Mitglieder

44 Personen wurden bei Bränden gerettet, ergänzte Vogler, und bei THL-Einsätzen 49 Personen. Hinzu kommen fünf verletzte Feuerwehrkameraden. Für den Zeitraum von Beginn des Jahres bis zum 31. Oktober sind bereits 328 Einsätze für Brände, 346 Technische Hilfeleistungen, 300 Fehlalarmierungen und 211 Sicherheitswachen zu verzeichnen, was 1185 Tätigkeiten zusammenkommen lässt. Den Mitgliederstand im Kreisfeuerwehrverband Lichtenfels zu Beginn dieses Jahres bezifferte Vogler mit 3573, davon sind 223 Aktive weiblich, 2893 Aktive männlich und 457 Jugendliche. Zusammen mit den 3925 passiven und fördernden Mitgliedern und 424 Ehrenmitgliedern beläuft sich die Zahl der Gesamtmitglieder auf 7922. Aufgelöst wurden die FF Zettlitz und die Werksfeuerwehr Kutzenberg. Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis verfügen über 191 Fahrzeuge und Anhänger. Viel werde auf Landkreisebene bezüglich der Mitgliedergewinnung getan.
Als Problem sprach Vogler an, dass es für die Feuerwehren im Landkreis mit ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräften immer schwieriger werde, bei Alarmierungen tagsüber während der Arbeitszeit auf qualifiziert ausgebildetes Personal zurückgreifen zu können. Mit der Aktion "Partner der Feuerwehr" soll auf diese Problematik hingewiesen werden.
Aufgrund des Erfolgs soll der Kinderfeuerwehrtag fortgeführt werden. Beim Bezirkserwachsenenleistungsmarsch platzierten sich fünf Mannschaften aus dem Landkreis unter den Top 10, was der KBR als eine tolle Leistung sah. Höhepunkt war der erste Platz der FF Weismain bei 118 gestarteten Mannschaften.


Hilfreiche Kooperationen

Mittlerweile stünden vier neue Tanklöschfahrzeuge TLF 4000, der Gerätewagen Atemschutz/ Strahlenschutz und ein neuer Rüstwagen in den Gerätehäusern. Die dritte Drehleiter für den Landkreis sei im Frühjahr ausgeliefert worden. In den kommenden Jahren stehe nun eine zeitgemäße Ausrüstung der Ortsteilfeuerwehren mit modernen Tragkraftspritzenfahrzeugen an.
Besonders stellte der KBR heraus, dass die Zusammenarbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren bereits erfolgreich praktiziert werde. Dies bringe für alle Beteiligten nur Vorteile. Die alten Denkmuster könne sich keiner mehr leisten. So sah er die Feuerwehrleute im eigenen Landkreis auf dem richtigen Weg und in einigen Dingen der Zeit voraus. Für das Teilstück des Neubaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt würden von der Deutschen Bahn AG mehr als fünf Millionen Euro für die Beschaffung von tunnelspezifischer Feuerwehrausrüstung für Bayern und Thüringen zur Verfügung gestellt.
52 Lehrgänge wurden von 709 Teilnehmern besucht. Das seien 13 658 Stunden auf Kosten der Freizeit, die eine Kosteneinsparung für die Kommunen in Höhe von rund 410 000 Euro pro Jahr gleichkomme. Mit deutlichen Worten verbot Vogler, Fotos an Einsatzstellen zu veröffentlichen oder in öffentliche Netzwerke zu stellen.
Landrat Christian Meißner erkannte in dem ausführlichen Überblick des Kreisbrandrats die Breite des Spektrums, in dem gearbeitet werde. Vieles sei im vergangenen Jahr auf die Schiene gestellt worden und auf Kreisebene werde an vielen Fäden gezogen. Der Landrat versicherte, an die Weiterführung des Ehrenamtes und die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren zu glauben. "Ich vertraue auf die freiwillige Feuerwehr und die Kompetenz der Kameraden", so Meißner.
Eine Premiere bei der Dienstversammlung erlebte Achim Lieshaus als Nachfolger von Klaus Langer mit Mitteilungen aus dem Landratsamt. Er informierte über den Begriff "Asyl" und die Unterbringung von Asylsuchenden im Landkreis Lichtenfels.