Bernhard Panzer Es wird schwierig werden, die für das kommende Jahr beabsichtigten Klimaschutz-Maßnahmen alle durchzuführen. Denn die Corona-Pandemie macht ja vielen Planungen einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem soll der Planungs- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am heutigen Dienstagabend für 2021 zustimmen.

Für das kommende Jahr ist nämlich die Rezertifizierung der Stadt im European Energy Award mit Gold vorgesehen. Diese höchste Stufe erhielt das Energieteam aus Herzogenaurach erstmals im November 2017 verliehen. Zuvor war man 2009 und 2013 schon zweimal mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet worden. Gold gab's 2017 unter anderem "für das über die gesetzlichen Vorgaben hinausreichende energieeffiziente, wirtschaftliche und nachhaltige Bauen und Sanieren im Gebäudemanagement und für das städtische Förderprogramm zur CO2 -Minderung, welches zum Beispiel Wärmedämmungsmaßnahmen bezuschusst". So heißt es auf der Homepage der Stadt.

Die Rezertifizierung im kommenden Jahr dürfte schwierig werden, erläuterte Bürgermeister German Hacker (SPD) im Vorgespräch zur Sitzung. Freilich bleibe der Energie Award das Ziel der Bemühungen. Dennoch sei eine Umsetzung der Maßnahmen, die für erneutes Gold erforderlich sind, unter Corona-Vorgaben eher schwer. "Zur Not werden wir den Titel verlieren", sagte Hacker. Man könnte sich in diesem Fall nach der Pandemie ja neu darum bemühen.

In der Sitzung liegt dem Ausschuss auch ein Brief der so genannten Klimaaktivisten vor. Dazu zählen die Agenda 21, die Bewegungen Fridays for Future und Parents for Future sowie die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz. Gemeinsam wurde ein Anforderungskatalog zum Klimaschutz erarbeitet, der vom Planungsausschuss nun beraten wird. Unter anderem wird eine Stabsstelle "Umwelt- und Klimaschutz" in der Verwaltung gewünscht.

Nach Meinung der Klimaaktivisten ist es nicht ausreichend, wenn sich die Stadt mit dem Energiestatus Gold schmückt. Man erkenne die bisherigen Leistungen an, dennoch sei man der Meinung, "dass es nicht ausreicht, um die Ziele des Klimaschutzleitbildes auch nur annähernd zu erreichen". Insbesondere im Bereich der Wärmeenergie und Mobilität seien viele weitere Maßnahmen notwendig. Und auch dem künftig steigenden Stromverbrauch müsse wirksam begegnet werden.

Die städtische Klimaschutzbeauftragte Mignon Ramsbeck-Ullmann hat sich im Vorfeld der Sitzung ausführlich mit dem Katalog beschäftigt und für die Ausschuss-Mitglieder eine ausführliche Erläuterung erarbeitet. Demnach sollen die Hauptanforderungen zur Kenntnis genommen werden und die von der Verwaltung vorgeschlagene Umsetzung diesbezüglich beschlossen werden.

Beispielsweise soll es keine Stabsstelle geben. Die sei zwar gut gemeint, sagte Bürgermeister Hacker, sie entspreche aber nicht der Praxis. Nichtsdestotrotz soll im Sachgebiet Umwelt eine halbe Stelle zur Umsetzung von Maßnahmen geschaffen werden.

Ramsbeck-Ullmann hat ferner ausgearbeitet, dass die Stadt mit dem auf Kommunen zugeschnittenen eea-Bewertungssystem bereits ein geeignetes Mittel in Händen habe. Hacker bekräftigt das: "Diese Management-Prozess-Struktur ist Gold wert." Die Verwaltung empfiehlt deshalb, diesen Prozess weiter zu nutzen und zu verbessern, anstatt Parallelverfahren zu schaffen. Im Katalog der Aktivisten werden unter anderem ein Runder Tisch und ein Lenkungsteam Klimaschutz gefordert.