Sauberes Wasser und eine Entsorgung des Klärschlamms ohne Beeinträchtigungen von Mensch und Tier - das sind die Ziele eines geplanten Umbaus der Adelsdorfer Kläranlage. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläuterte Diplom-Ingenieur Jürgen Jakob vom Planungsbüro Siekmann sämtliche nötigen Schritte und die erwarteten Ergebnisse. Erhofft sei eine Energieautarkie, wenn nicht sogar ein Energie-überschuss.
Jakobs Vorschlag ist es, die Anlage auf Klärschlammfaulung umzustellen. Dabei entstehe Klärgas, das bestens zu verstromen ist. Das Endziel sei es, den Strom möglichst zu 100 Prozent wieder in der Kläranlage zu verwenden und nicht ins Stromnetz einzuspeisen, denn hier sei die Vergütung zu schlecht. Er stellte fünf neue und dazu nötige Bauwerke vor. Die Schätzkosten liegen bei drei Millionen Euro. Macht die Gemeinde beim Wettbewerb um den Abwasserinnovationspreis mit (die Anmeldung läuft), würde hier ein möglicher Gewinn von 600 000 Euro die Kosten um diesen Betrag verringern - und die Chancen stünden gut, so der Diplomingenieur.


Hoffnung auf sinkende Gebühren

"Das kann für die Gemeinde ein Bringer werden", sagte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) in seinen Dankesworten an Jakob. Günter Münch (FW) bedankte sich ebenfalls und legte Wert auf Schlammstabilisierung, Geruchsbeseitigung und Energiegewinnung. "Ich hoffe auch, dass die Kanalgebühren nicht erhöht, sondern sogar eher gesenkt werden", betonte er. Zusätzliches Personal werde auch nicht nötig, erklärte Jürgen Jakob. Andreas Maier (CSU) legte großen Wert darauf, dass die Berechnung und die Kalkulation korrekt sind und die Erkenntnisse laufend dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband vorgelegt werden.
Nach längeren Diskussionen stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag zu, als Standort der Hochlastfaulung das bisherige Erdbecken zu verwenden. Baulich soll das Projekt bis 2018 realisiert werden. Die Planungsleistungen sollten im nichtöffentlichen Teil der Sitzung vergeben werden.
Außerdem wird das Projekt bereits jetzt in der Planungsphase und auch später in der Bauphase vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband rechtlich und fachlich begleitet.