Die Marktgemeinde Wiesentheid berät derzeit über die Einrichtung eines weiteren Nahwärmenetzes im Bereich Wiesenweg und Umgebung.
Die Marktgemeinde Wiesentheid berät derzeit über die Einrichtung eines weiteren Nahwärmenetzes im Bereich Wiesenweg und Umgebung. Zur Vorstellung der Erhebungen kam Frank Wendel, Energie- und Kommunalmanager der ÜZ Mainfranken in die Ratssitzung. Bürgermeister Klaus Köhler kündigte eine weitere öffentliche Präsentation mit konkreten Zahlen zum Vorhaben in der Steigerwaldhalle an.
Wendel stellte seine mit Umfrageergebnisse angereichert Potenzialanalyse vor und nannte es wesentlich, im ländlichen Raum vorhandene Wertschöpfung einzubeziehen. Aus der Umfrage ergeben sich 74 Interessierte. Die Zahl könnte jedoch auf 102 steigen. Er machte deutlich, dass das Vorhaben umso kostspieliger werde, je weniger Wärmebedarf besteht und je länger die Anschlussstrecken werden. Wendel geht von zwei Haupttrassen mit Abzweigen nach Bedarf aus. Die Zentrale sei in Nachbarschaft des Sägewerkes denkbar und könnte mit Hackschnitzel und Unterstützung durch Solarthermie betrieben werden.
Regionale Versorgung
Zur Finanzierung will ÜZ Mainfranken die Förderlandschaft vollständig nutzen, vorhandene Heizungen könnten weiter betrieben werden. Wendel nannte als denkbaren Grundpreis bei 150 Quadratmetern Wohnfläche und einem Anschlusswert von zwölf Kilowatt 2730 Euro bei einem Arbeitspreis von 0,09 Euro/kWh. Bis zu zehn Metern Anschlusslänge seien in der Prognose beinhaltet.
Als Vorteile nannte er die regionale Versorgung und niedrige Kosten durch erneuerbare Energieen bei hohem Komfort. Die Ausführungsplanung könnte im Sommer 2025 vorliegen, die Inbetriebnahme könnte 2026/27 erfolgen. Belastbare Zahlen will er bei der Präsentation in der Steigerwald-Halle vorlegen.
Walter Rosentritt könnte sich einen anderen Standort für die Zentrale vorstellen, Harald Godron befürchtete eine zu große Unternehmensbindung. Köhler wies aber auf die Beteiligung des Marktes mit 51 Prozent hin. Otto Hünnerkopf hinterfragte die Kosten, wenn in einem angeschlossenen Gebäude Dämmungsmaßnahmen erfolgen und wie sich weitere Anschlüsse auswirken. Wendel bestätigte einen dadurch kostengünstigeren Betrieb.
Die Ratsrunde brachte zudem den Bebauungsplan Paulusweg Reupelsdorf mit dem Aufstellungsbeschluss auf den Weg und erließ gleichzeitig eine Veränderungssperre. Zudem wurden die Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange für die 9. Änderung des Flächennutzungsplanes zur "Photovoltaikanlage Straßäcker Reupelsdorf" und den gleichnamigen Bebauungsplan abgewogen und die Übernahme in die Planungen beschlossen.
Umrüstung auf LED-Lampen
Die Gemeinde rüstet weitere 578 Straßenbeleuchtungen auf LED um und investiert dafür 233.996 Euro. Bürgermeister Köhler unterstrich, dass auf Fördergelder verzichtet werde. Von der Antragstellung bis zur Umsetzung vergingen mindestens zwei Jahre, während sich die Anlage bereits nach 5,2 Jahren amortisiere. Die Umrüstung soll frühestens Ende 2026 beginnen.