In der CoJe (Coburger Jugendeinrichtung) des Stadtjugendrings, Rosenauer Straße 47, wurde am Dienstag das Puppentheaterstück "Die Katzen und Mrs. Murr" aufgeführt. Anwesend waren die Heinrich-Schaumberger-Schule (Klasse L4 & L5), die Luther-Schule (Klasse 2) und die Melchior-Franck-Schule (Klasse 3). In weiteren Schulen Coburgs, Rödentaler Grundschulen und Landkreisschulen wird und wurde das Puppentheaterstück in dieser und der folgenden Woche aufgeführt.

Das Theaterstück handelt von einer Katzenfamilie. Einmal im Jahr kommt der von den Erwachsenen gern gesehene Kateronkel Fred zu Besuch. Dieser setzt das kleine Paulinchen, das jüngste der Katzenkinder, massiv unter Druck, indem er sie unter Drohungen zwingt, sexuelle Handlungen zu vollziehen.

Geschichte aufgearbeitet

Um mit diesem Thema Missbrauch richtig umgehen zu können, kamen die Schulklassen mit Lehrkräften und Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises (AK) "Keine sexuelle Gewalt, , Unterstützung für Frauen, Jugendliche und Kinder" ins Gespräch. Die 2. Klasse der Coburger Luther-Schule sprach am Freitagvormittag über das Puppentheater. Die Mitarbeiterinnen des AK "Keine sexuelle Gewalt ...", Marianne Morchel und Erna Rankern, arbeiteten mit den Zweitklässlern die Geschichte noch einmal auf.

Selbstbewusstsein gestärkt

Die 20 Kinder lernten mithilfe der beiden Mitarbeiterinnen, sich klar auszudrücken, wenn sie etwas nicht möchten. Pantomimenspiel ermöglichte ihnen, ihre Gefühle auch ohne Sprache auszudrücken. In der nachgestellten Geschichte des "kleinen Neins" ging es darum, sich klar bemerkbar zu machen, wenn einem etwas unangenehm ist. Ein deutliches "Nein, das mag ich nicht" oder ähnliche Ausdrücke übten die Mädchen und Jungen. Sie lernten, dass Selbstbewusstsein eine echte Hilfe sein kann und ein zaghaftes "Nein" oft nicht wahrgenommen wird.

Apropos Hilfe: Mit einer großen Decke, die zusammengelegt werden sollte und dabei nicht mehr den Boden berühren durfte, erfuhren sie, dass es leichter geht, wenn man sich jemanden zu Hilfe holt. Dieses Hilfeholen, bei Menschen, zu denen man Vertrauen hat, befreit manchmal aus Notlagen. Das können Eltern, Lehrkräfte und Freunde oder auch Verwandte sein.

Und wenn das nicht geht, weil vielleicht ein Verwandter einen unter Druck setzt, gibt es immer noch das "CatPhone": Auf diesem CatPhone, das jeder Schüler erhielt, stehen wichtige Nummern drauf, unter anderem auch die "Nummer gegen Kummer". Diese ist kostenlos und lautet: 0800-110 333. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Heidi Schulz-Schlecht schrieben die Kinder im Anschluss der Nachbesprechung auf eine kleine Karte, zu welchen Menschen sie Vertrauen haben und wen sie im Notfall ansprechen würden.