Socken, Herrenschuhe, Wurstkonserven - das alles können von Armut Betroffene in dieser Zeit gut gebrauchen. Denn die Kleiderkammern müssen fürs Erste geschlossen bleiben und auch die Bamberger Wärmestube in der Siechenstraße kann nur noch eine begrenzte Menge an Menschen aufnehmen. Deswegen hat sich die Dompfarrkita St. Michael zum Ziel gesetzt, diesen Menschen ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu machen.

Passend zu dem Jahresmotto der Kindertagesstätte "Kinder machen die Welt bunter - Welche Farbe hat die Welt?", stellten sich die Kinder die Frage, welche Farben Bamberg hat. "Schnell wurde klar, Bamberg ist bunt, aber nicht für jeden. Es gibt auch Menschen, die hier leben und arm sind, keine Wohnung haben, keine Arbeit und oft auch keine Familie", sagt Anja Fromm, Leiterin der Dompfarrkita St. Michael. "Den Kindern war klar, irgendwie müssen wir helfen", sagt die 43-Jährige. So sei die Idee mit den Weihnachtstaschen entstanden.

"Die Kinder waren gleich voller Elan dabei", sagt Fromm. Fleißig wurden große Krapfentüten mit Weihnachtsmotiven bedruckt und bemalt. Anschließend wurden diese von den Eltern mit Produkten im Wert zwischen 20 und 30 Euro befüllt. Dann wurden die Tüten dem Team von "Menschen in Not" übergeben. "Ich freue mich sehr über diese Aktion, besonders in diesem Jahr, indem die Obdachlosenweihnachtsfeier ausfällt, ist es ein besonderes Zeichen", sagt Peter Klein, Leiter des Treffpunkts "Menschen in Not".

Die Kinder hätten die Tüten am liebsten mit Lego-Autos und allen möglichen Süßigkeiten vollgepackt. Um den Betroffenen Menschen aber am besten zu helfen, hat das Team der Dompfarrkita St. Michael zusammen mit Klein eine Packliste erstellt. Statt Spielzeugautos enthalten die Weihnachtstaschen nun Teebeutel, Handcreme, Zahnpasta und Duschgel, aber natürlich darf auch die ein oder andere Schokolade und leckeres Weihnachtsgebäck nicht fehlen.

"Der Grundgedanke ist dabei, den Kindern zu zeigen, dass es wichtig ist, den Armen zu helfen", sagt Fromm. "Die Aktion soll ein Zeichen der Solidarität sein. Auch und gerade in der Corona-Zeit ist es wichtig zusammenzustehen. Niemand soll vergessen werden."

Insgesamt seien um die 50 Weihnachtstaschen zusammen gekommen. "Das verdanken wir dem starken Engagement der Eltern, Erzieher und externen Personen", freut sich Fromm. Durch die mit Liebe bemalten und gepackten Geschenktüten ist das Weihnachten für die Obdachlosen also doch noch gerettet.