Nach dem Rekordjahr 2016 fiel die Apfelernte im vergangenen Jahr ziemlich dürftig aus. Trotzdem hat die Ernte die freiwilligen Helfer des Obst- und Gartenbauvereins Kasendorf an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Denn "Keltermeister" Karl Müller ist überraschend verstorben.


455 Zentner Äpfel

Im vergangenen Jahr wurden trotzdem 455 Zentner Äpfel zu Saft gepresst. Doch so manches Mal kamen die freiwilligen Helfer an den Rand ihrer Kapazitäten. "Wir suchen jetzt wieder Männer, die uns in der Kelterei unterstützen. Wir suchen einen neuen Kelter-Meister", sagte die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Adelgunde Hübner, bei der Hauptversammlung im Gasthof "Goldener Anker".
Der Obst- und Gartenbauverein Kasendorf blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Aktuell hat der Verein 172 Mitglieder. Der Mitgliederstand ist exakt gleichgeblieben.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Einzelhausprämierung. Petra Hugel begeisterte die Jury mit der Vielzahl an Obstbäumen, Sträuchern und mit reichhaltigem Blumenschmuck. Otmar Walters Garten bestach durch die Trockenmauer und durch den Gartenteich. Im Garten von Monika und Günther Weigel begeisterte sich die Jury für die Obst- und Blumenwiese sowie für die Naturhecke.
In Krumme Fohre konnten Karin und Werner Dietzel punkten. Die Obst- und Blumenwiese gefiel, aber auch die Sträucher und die Fassadenbegrünung der Dietzels kam bestens an.
Paul und Ursl Münch aus Welschenkahl überzeugten die Begutachter mit Blumenschmuck. Im Garten von Hannelore und Osmar Backer wurden der Steingarten und die Naturhecke gelobt. Bianca und Thomas Trapper haben großkronige Laubbäume und eine tolle Spielwiese in ihrem Garten. Und auch Helga und Stefan Ochs' Garten in Lopp überzeugte die Jury.
Der Obst- und Gartenbauverein Kasendorf hat zudem langjährige Mitglieder in seinen Reihen. Seit 40 Jahren halten Inge Rosa und Hannelore Eichhorn dem Verein die Treue. Seit 25 Jahren sind Hildegard Weggel, Anna Wirth, Lieselotte Arnold, Edda Reichel, Renate Weimann, Elisabeth Schmidt, Monika Dupke und Hildegard Ströbel beim Gartenbauverein.


Baustelle im nächsten Jahr

Bürgermeister Bernd Steinhäuser dankte allen aktiven Hobbygärtnern für ihr Engagement. Der Obst- und Gartenbauverein Kasendorf setzt im Ort liebevolle Akzente. Das größte Highlight ist alljährlich die Osterkrone, so der Bürgermeister. Steinhäuser sprach auch offen die Nähe der Kelterei zum Gasthof "Schwarzes Ross" an. In den nächsten Wochen wird die Zukunft des ehemaligen Gasthofes besiegelt werden. "Dieses Jahr im Herbst werden wir noch nicht so weit sein, aber im nächsten Jahr wird es bei der Kelterei bestimmt eine Baustelle geben. Wir versprechen, dass die Kelterei davon nicht beeinträchtigt wird", sagte der Bürgermeister.
Der Kreisvorsitzende Gerhard Reif ließ den Werdegang des Gartenbauvereins Revue passieren und lud die Kasendorfer Vereinsmitglieder zu den zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ein. Der Kreisverband feiert in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen. Es wird einen Festakt in der Dr.-Stammberger-Halle geben, große Ausstellungen in Mainleus und Grafengehaig, so Reif. Außerdem hielt Gerhard Reif einen Kurzvortrag über Lilien im Garten.
Die Gartenbauvereine gründeten sich eigentlich aus einer Not heraus - nach einem äußerst harten Winter, in dem Tausende Obstbäume vernichtet wurden. "Es war früher nicht selbstverständlich, dass man Obst jederzeit verfügbar hatte", erklärte Reif. Später widmeten sich die Obst- und Gartenbauvereine dann auch dem Gemüsebau. Reif appellierte an die Mitglieder des Kasendorfer Vereins, auch in Zukunft auf blühende Gärten sowie auf Selbstanbau zu setzen. Der Trend, alles mit Kies und Steinen aufzuschütten, sei nicht gut für die heimische Flora und Fauna. Schon jetzt sind 70 Prozent der Insekten verschwunden. Ein echtes Problem für die Natur. "Wir können alle etwas tun", mahnte Reif die Gartenbesitzer. Sonny Adam