Die Cyber-Attacke, die am Wochenende Zehntausende Computer von Unternehmen, Behörden und Verbraucher lahmgelegt hat, hatte im Landkreis Haßberge scheinbar keine größeren Auswirkungen.
"Nein, wir sind absolut nicht betroffen", bestätigt der EDV-Verantwortliche der Haßberg-Kliniken Jörg Behm. Zusammen mit drei Kollegen ist er auch für die Computersysteme der MVZ-Zentren in Ebern und Haßfurt verantwortlich. "Unsere Systeme sind sehr, sehr sicher. Wir schützen schließlich sensible Patientendaten. Also achten wir auf aktuelle Virensysteme und Firewalls", erklärt Behm.
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zählen Krankenhäuser aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung für das Wohlergehen der Bevölkerung zu den kritischen Infrastrukturen unserer Gesellschaft. "Sie haben daher eine besondere Verpflichtung, die Verfügbarkeit ihrer Dienste und der Prozesse, mit denen diese erbracht werden, sicherzustellen", heißt es auf der Homepage der Einrichtung. Für Behm heißt das: Er muss bis spätestens Mitte 2018 sicherstellen (dann endet die Frist), dass die Sicherheitssysteme der Krankenhauscomputer geschützt sind. "Wir haben das bereits umgesetzt und müssen unsere Maßnahmen nur noch dokumentieren", so Jörg Behm.


"Grob fahrlässig"

Doch obwohl er auf der sicheren Seite ist, treibt ihn eine andere Sache um: "Der Trojaner Wannacry hat eine Schwachstelle in Windows ausgenutzt, die schon lange Zeit bekannt ist. Ich kann nicht verstehen, warum andere EDV-Verantwortliche nicht schon lange reagiert haben. Das ist grob fahrlässig."
Die EDV-Verantwortlichen der Sparkasse Haßberge und des Landratsamts Haßberge haben dagegen ihre Hausaufgaben gemacht. Beide Institutionen vermeldeten "keine Auswirkungen". Ebenso auf der sicheren Seite ist man bei dem Haßfurter Großunternehmen Uponor, wie eine Anfrage ergab. In Haßfurt betreut eine mehrköpfige IT-Abteilung das Firmennetzwerk von Uponor in ganz Deutschland. Der weltweit tätige Konzern steht zudem in stetem Austausch mit den IT-Kollegen in den USA. "Wir haben sehr, sehr gute Sicherheitsleute", verlautete auf Anfrage bei Uponor.