Die Gemeinde Pfarrweisach wird sich finanziell nicht am geplanten Burgen-Express beteiligen. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend im Rathaus stimmten von 13 anwesenden Ratsmitgliedern zehn dagegen.

Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) erläuterte dem Gremium das Vorhaben, das vom VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) betrieben werden soll. Es geht hier um eine Omnibuslinie, die samstags und an Sonn- und Feiertagen dreimal am Tag von Haßfurt aus über Ebern, Lichtenstein, Altenstein nach Maroldsweisach und Ermershausen zurück nach Haßfurt führt. Sieben Kommunen hätten einem Beitritt zugestimmt, sagte Oppelt.

Bei der emotional geführten Diskussion bezweifelten die meisten Gemeinderäte den Sinn der Linie und dass sie auch im Winter durchfahren soll. Die Kosten: Maximal 7000 Euro pro Jahr soll der Beitritt der Gemeinde kosten bei einem Probebetrieb, der sich über drei Jahre hinziehen soll. Mit tatsächlichen Kosten in Höhe "von 4000 bis 5000 Euro" rechnet Bürgermeister Oppelt. Wie es nun mit dem Burgen-Express weitergeht, soll in Gesprächen mit den Beteiligten geklärt werden.

Getränkeautomat

Wegen eines fehlenden Gasthauses bei der Burgruine Lichtenstein soll für die Besucher zumindest ein Getränkeautomat aufgestellt werden. Ein "Probebetrieb" mit einem Kühlschrank, angeregt von Alexander von Rotenhan, sei "sehr gut angelaufen", freute sich der Bürgermeister. Der Heimatverein Pfarrweisach, der die Burgruine betreut, habe zugesagt, das Projekt zu übernehmen.

Gemeinderat Klaus Dünisch (KUL), Mitglied im Vorstand des Heimatvereins, berichtete, dass der Kühlautomat schon diese Woche aufgestellt wird. Die Betreuung - vom Nachfüllen des Automaten mit Getränken bis zur Kassenführung - übernähmen einige Bürger. Die Kosten für den Getränkeautomaten in Höhe von 1200 Euro bezahlt der Heimatverein.

Entlastung für Bauhof

Für die Spielplätze in Rabelsdorf und Junkersdorf sollen Spielgeräte angeschafft werden. Bürgermeister Oppelt geht dabei von einer "Win-win-Situation" aus: Die Baunach-Allianz übernimmt 67 Prozent der Kosten, den Rest machen Gemeinde und Vereine aus. Oppelt hat dazu eine praktikable Lösung: Die Bürger - Vereine oder Dorfgemeinschaft - sollen sich um die Grünpflege der Spielplätze, wie Hecken schneiden oder Rasen mähen, kümmern. Oppelt möchte auf diese Weise die Mitarbeiter des Bauhofs entlasten, "die dann mehr Zeit für qualifiziertere Arbeiten haben". Noch seien einige Gespräche mit den Vereinen nötig; ebenso müsse ein Beschluss des Gemeinderates erst gefasst werden.

Der Vertrag mit der Musikschule Ebern und der Gemeinde Pfarrweisach soll ab der nächsten Saison, die am 1. September beginnt, auf ein unbefristetes Verhältnis geändert werden. Die Gemeinde Pfarrweisach überweist derzeit 4000 Euro pro Jahr an die Musikschule. Der Vertrag ist allerdings jährlich mit einer dreimonatigen Frist zum Saisonende kündbar.

Weniger Bürokratie

An diesem Beratungspunkt nahm die Leiterin der Musikschule, Kristina Renner, teil, die dem Gremium das Vorhaben erläuterte. Schon jetzt halte die Musikschule wöchentlich in Pfarrweisach zwei Unterrichtsstunden im Kindergarten und eine in der Grundschule ab, schilderte sie. Außerdem gebe es im Rathaus ein Musikzimmer, das von der Musikschule genutzt wird. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, er muss erst von der Verwaltung ausgearbeitet werden.

In einer Probe-Abstimmung votierte das Gremium für eine Umwandlung des Vertrags auf unbefristet. Dadurch, so Renner, sei eine Menge Verwaltungsarbeit vom Tisch.

Krippengruppe entsteht

Für den Bau einer Containeranlage für eine weitere Gruppe ("Krippen-Gruppe") der Kindertagesstätte "Pfiffikus" in Pfarrweisach müsse ein Plan her, informierte Oppelt das Gremium. Dabei habe man mit dem ehemaligen Bürgermeister von Ebern, Robert Herrmann, einen versierten Bauingenieur ins Boot geholt. Der Gemeinderat stimmte zum einen einer Honorarforderung in Höhe von 6600 Euro für Herrmann zu, der den Eingabeplan erstellt mit den nötigen behördlichen Unterlagen; zum anderen genehmigte das Gremium die von Herrmann bereits erstellte Planung für einen Container mit den Außenmaßen 18 mal zwölf Meter. Die Kosten in Höhe von 290 000 Euro werden laut Bürgermeister Oppelt mit mindestens 50 Prozent bezuschusst, so dass die Gemeinde mit knapp 150 000 Euro "dran hängen bleibt". Um in den Genuss der Förderung zu kommen, "ist die Nutzung der Containeranlage mindestens zehn Jahre sicherzustellen", heißt es aus dem Bauamt der VG Ebern.

Stellungnahme

Die beiden Bebauungspläne "An der Kreisstraße Has 46" in Kraisdorf und "Eberner Höhe II", ebenfalls in Kraisdorf, sind vom Gremium einstimmig genehmigt worden. Josef Müller vom Bauamt Ebern verlas hier eine Stunde lang die Einwände und Hinweise der sogenannten "Träger öffentlicher Belange" von beiden Bebauungsplänen, vom Gemeinderat waren viele Zwischenbeschlüsse zu fassen.

Oppelt sprach hier ein Lob an die Mitarbeiter in der Verwaltung aus. Solche Bebauungspläne "ziehen sich wie Kaugummi", weil die Stellungnahmen mancher Behörden oft länger dauerten als angenommen. An die Mitarbeiter in der Verwaltung liege es meist nicht, wenn solche Projekte sich verzögerten, sagte der Bürgermeister.

In Dürrnhof plant die Bayernwerk AG, das Ortsnetz der Straßenbeleuchtung teilweise zu verkabeln, eine neue Straßenlampe und einen neuen Schaltschrank aufzustellen. Das Kostenangebot in Höhe von 8300 Euro genehmigte der Gemeinderat einstimmig.

Kein Interesse zeigte das Gremium an einer Glasfaserleitung für das Rathaus. Wie IT-Fachmann Johannes Müller von der Verwaltung erläuterte, könne dadurch die Bandbreite von 50 Megabit (MBit) auf 250 erhöht werden. Seinen Worten nach kann man aber mit 50 MBit leben. Die meisten Gemeinderäte sahen in dem Vorhaben keinen Sinn; schon allein wegen der Kosten in Höhe von 2500 Euro für die Gemeinde (25 000 Euro kostet das Projekt insgesamt).

Lieber für die Schule

Gemeinderätin Sonja Appels (ULB) machte den Vorschlag, das Geld für einen Glasfaseranschluss für die Grundschule bereitzustellen. Das fanden einige Räte besser. Nach Oppelts Worten müsste das der Schulverbandsträger Maroldsweisach-Pfarrweisach beantragen. Mit 2:11 Stimmen wurde das Vorhaben für das Rathaus abgelehnt.