Marion-Krüger-Hundrup

Schon morgens um 8.30 Uhr am 24. Dezember bildete sich eine Menschenschlange vor der Graf-Stauffenberg-Schule. "Die Testsache ist super! Am Sendelbach dauert es zu lange, bis ein Ergebnis kommt, das nutzt mir nichts", sagte etwa Peter Gacek, der sich eingereiht hatte. Er wolle seinen 91-jährigen Vater im Otto-Heim zu Weihnachten besuchen: "Alte Menschen vereinsamen, und Angehörige bekommen mit den Schnelltests eine finanzielle Bürde auferlegt", beklagte Gacek den Umstand, dass Senioren in den Altenheimen derzeit nur mit einem aktuellen negativen Corona-Test besucht werden dürfen, und der Schnelltest sonst kostenpflichtig ist.

Letzteres war im Freistaat Bayern und damit auch in Bamberg an den Feiertagen anders: Kostenlose Testkits standen zur Verfügung. Und Ehrenamtliche der freiwilligen Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Wasserwacht, Bergwacht, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, DLRG Ortsverband Bamberg-Gaustadt und Jugendrotkreuz führten die Aktion an den Vormittagen des 24., 25. und 26. Dezember durch. "Dies war eine der größten Aktionen, welche die Hilfsorganisationen in Bamberg jemals durchgeführt haben", bilanzierte am Sonntag Einsatzleiter Christoph Treubel (BRK) die deutlich über 1000 ehrenamtlichen Stunden, die 57 Helfer in der Graf-Stauffenberg-Schule und im Schnellteststandort Scheßlitz für Vorbereitung und Durchführung erbracht haben. Dazu kamen fünf Personen, die für die Verpflegung in den Dienststunden sorgten.

In beiden Teststationen waren insgesamt sechs Abstrichstellen eingerichtet worden. Hierbei wurden die Testpersonen im Einbahnsystem durchgeschleust, um Begegnungen auf ein Minimum zu reduzieren und die Abstände jederzeit einhalten zu können. Pro Abstrichstelle nahmen jeweils zwei Einsatzkräfte in voller Infektionsschutzausrüstung die Tests ab.

Hinter den Erwartungen zurück

Insgesamt wurden 259 Testungen durchgeführt, und damit weitaus weniger als angenommen: "Die Anmeldungen für Besuche lagen hinter den Erwartungen der Heime zurück", erklärte Treubel. Erfreulich sei aber, dass von den Schnelltests alle negativ waren.

Am frühen Morgen des 24. Dezember waren Gesundheitsministerin Melanie Huml, Oberbürgermeister Andreas Starke, Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Landrat Johann Kalb und Gesundheitsamt-Leiterin Dr. Susanne Paulmann an die "Blaue Schule" gekommen, um den offiziellen Startschuss für die weihnachtliche Testgeschichte zu geben. Und um den Ehrenamtlichen danke zu sagen für ihren Einsatz. "Wir ziehen den Hut vor Ihnen!" lobte der OB, während der Landrat seinen Dank handfest mit großen "Merci"-Schokoladenpackungen ausdrückte.

Ministerin Huml sprach von einem "Spagat zwischen Sicherheit der pflegebedürftigen Menschen in den Altenheimen und Besuchen, die ermöglicht werden sollen".