Die Qualifikation für die Basketball-Weltmeisterschaft endete am Montagabend mit einem Drama in Podgorica. Lettland hätte im direkten Duell mit Montenegro um das letzte WM-Ticket mindestens einen Neun-Punkte-Sieg benötigt, gewann aber "nur" mit 80:74. So fahren die Montenegriner zum ersten Mal in ihrer Geschichte zu einer WM und sind dort das kleinste Teilnehmerland mit lediglich 600 000 Einwohnern.

In der dramatischen Schlussphase vor 6000 Zuschauer in Podgorica hatte der Lette Dairis Bertans in den letzten 15 Sekunden zweimal die Chance, per Dreier den nötigen Vorsprung herauszuwerfen, traf aber nicht. Vielleicht hätte er besser dem Ex-Bamberger Janis Strelnieks den Ball gegeben, denn der für Olympiakos Piräus spielende Guard setzte bei seinen 25 Punkten nur einen Feldwurf daneben, bediente seine Mitspieler mit zehn Assists und holte fünf Rebounds. Doch sein überragender Effektivitätswert von 37 nutzte den enttäuschten Letten nichts.

Lange Gesichter gab es am Wochenende bei den Nachbarn der Montenegriner - den Kroaten. Der Weltranglistenneunte unterlag Polen in eigener Halle mit 69:77. Damit qualifizierte sich das polnische Team erstmals seit 52 Jahren wieder für eine Weltmeisterschaft. Das Team wird von Mike Taylor gecoacht, der Trainer beim Zweitligisten Hamburg Towers ist.

Vize-Weltmeister Serbien machte nach seiner 70:71-Blamage in Estland erst im letzten Spiel am Sonntagabend mit einem 97:76-Sieg gegen Israel seine WM-Teilnahme klar. Dabei war der Münchner Vladimir Lucic (22 Punkte) bester Mann. Russland zitterte sich nach einem zwischenzeitlichen 18-Punkte-Rückstand gegen Finnland mit einem 91:76-Erfolg nach China. us