In Stadt und Landkreis Bamberg sind die gemeldeten Corona-Zahlen am gestrigen Freitag leicht zurückgegangen. Sieben neue Infektionen im Vergleich zum Vortag meldete das Gesundheitsamt, elf weitere Erkrankte seien geheilt. Damit liegt die Zahl der Corona-Erkrankten in Stadt und Land bei 81 (Vorwoche: 69), davon 27 in der Stadt und 54 im Landkreis. Mit dem Tod eines 70-jährigen Mannes aus dem Landkreis war die Zahl der Corona-Todesopfer in Stadt und Landkreis Mitte letzter Woche auf 61 gestiegen. Die Sieben-Tages-Inzidenz betrug gestern in der Stadt 16,8 und im Landkreis 23,1. Bundesweit haben die Corona-Infektionen in den letzten Tagen stark zugenommen.

Ein Blick in benachbarte Städte und Landkreise zeigt, dass sich aktuell die Lage schnell verschärfen kann. Erlangen hat gestern nur knapp die kritische Inzidenz-Marke von 35 nicht gerissen. So vermeldete der Kreis mit genau 35 Infizierten 13 mehr als noch in der Woche zuvor.

In Höchstadt sind es neun. Die Inzidenz besagt, wie viele Menschen sich in der untersuchten Region in sieben Tagen neu mit dem Virus anstecken, und zwar nicht in absoluten Zahlen, sondern bezogen auf je 100 000 Einwohner.

Überschreitet man diese Marke, gelten künftig schärfere Corona-Regeln, wie sie Ministerpräsident Markus Söder am vergangenen Donnerstag für Bayern ankündigte. So müssen Einwohner Kontakte und private Feiern auf zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzen.

Sperrstunde 23 Uhr

In der Gastronomie herrscht dann ab 23 Uhr eine Sperrstunde und Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Dort, wo Menschen länger zusammenkommen, gilt zudem eine Maskenpflicht. Überschreitet der Wert 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner gilt die Sperrstunde ab 22 Uhr, gefeiert werden darf dann nur noch mit maximal fünf Personen.

Die verschärften Maßnahmen sollen dazu beitragen, Krankenhauskapazitäten für mögliche Corona-Patienten freizuhalten. Obwohl es bislang deutschlandweit kaum Engpässe gibt, vermelden einzelne Kliniken eine hohe Auslastung.

Alle Intensivbetten belegt

Im Kreiskrankenhaus Höchstadt sind beispielsweise am vergangenen Donnerstag alle sechs Intensivbetten belegt, wie Chefarzt Martin Grauer mitteilte. Allerdings gebe es darunter keinen Corona-Patienten. Dass die Intensivstation um diese Jahreszeit ausgelastet ist, sei zudem nicht ungewöhnlich, schließlich nehme nun die Anfälligkeit wieder zu.

Für eine Anstieg einzelner Corona-Fälle sei die Klinik aber gut ausgestattet, sagt Grauer. Vier Zusatzbetten könne man aufstocken und auch vier Beatmungsgeräte stehen der Klinik zur Verfügung. Ein neuralgischer Punkt sei das Personal, da dieses oftmals nicht ausreichend für Corona geschult ist. Mit diesem Umstand hätten aber viele Kliniken zu kämpfen, sagt der Infektiologe. Zudem sei das Kreiskrankenhaus im Gegensatz zu anderen Kliniken im Umkreis nicht für einen Ansturm von Corona-Patienten ausgelegt.

In Kliniken Lage noch entspannt

Dort sei die Lage momentan noch "relativ entspannt", sagt Grauer. Am Donnerstag vermeldete die Kliniken in Nürnberg, Fürth, Erlangen, Bamberg, Forchheim und Lauf zusammengenommen neun Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Rund 400 Intensivbetten stehen bereit, die man notfalls noch aufstocken könne, sagt Grauer. Verglichen mit anderen Ländern sei Deutschland momentan noch "eine glückliche Insel". Das aber, sagt Grauer, könne sich schnell ändern, weshalb es wichtig sei, die Regeln einzuhalten.

Im Landkreis Kulmbach hatte es am Donnerstag einen rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen gegeben - der sich gestern aber vorerst nicht fortsetzte. Gestern wurde lediglich ein weiterer Fall bestätigt. Damit verzeichnet der Kreis Kulmbach aktuell 21 infizierte Personen, der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert beträgt demnach 25,15. Elf Menschen sind im Kreis Kulmbach bislang an den Folgen der Viruserkrankung gestorben.

Im Landkreis Bayreuth liegt der Inzidenzwert bei 10,61, in der Stadt Bayreuth bei 25,40. Aktuell sind im Landkreis Bayreuth 15 und in der Stadt Bayreuth 26 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Seit Ausbruch der Pandemie sind im Kreis Bayreuth 37 Patienten an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben.

Noch relativ entspannt stellt sich die Lage im Raum Kronach dar. Hier werden aktuell zwölf Infizierte gemeldet: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 11,99.

Im Kreis Haßberge sind laut Gesundheitsamt aktuell 34 Personen mit dem Virus infiziert. Sechs Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut aktuell bei 19,0 und somit deutlich unter dem Warnwert von 35 beziehungsweise dem Maßnahmenwert von 50.

Lichtenfels kritisch

Im Landkreis Lichtenfels sind derzeit 31 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In den letzten Monaten wurden insgesamt 16 Todesopfer gezählt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Lichtenfels liegt bei 25,4. Allerdings stehen - Stand gestern - noch die Ergebnisse von ungefähr 420 Tests des Gesundheitsamtes aus. Sollten hier sieben weitere positive Fälle hinzukommen, wird der Landkreis Lichtenfels die Sieben-Tage-Inzidenz von 35 überschreiten.

Dann greifen die Maßnahmen gemäß der ab sofort im Freistaat gültigen Ampel. Der Landkreis Lichtenfels wird bei Bedarf mit einer Allgemeinverfügung weitere Maßnahmen einleiten. Daher ergeht der Appell des Landkreises in einer Pressemitteilung an die Bürger, sich an die Abstands- und Hygienemaßnahmen zu halten. Das größte Ansteckungsrisiko gehe von (privaten) Feiern aus, heißt es vom Landratsamt Lichtenfels.