Das Festjahr "900 Jahre Mainroth" wurde mit einem Vortrag von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold eröffnet. Der Ansturm war groß, 200 Zuhörer kamen ins Jugendhaus St. Heinrich. "900 Jahre Mainroth, wenn wir dieses Jubiläum begehen, dann feiern wir nicht etwa die Gründung des Ortes, sondern bloß seine erste Erwähnung", sagte Günter Dippold eingangs. Spuren einer ersten, hölzernen Kirche und die Ortsnamen-Endung "-roth" weisen seinen Worten zufolge zurück bis ins 8. Jahrhundert. Urkundlich relevant wurde Mainroth, als es um 1120 Gegenstand eines Geschäfts wurde. Käufer war Bischof Otto I. von Bamberg, der das "allodium apud Rotha" von Konrad von Zähringen erworben und dem Domstift Bamberg übergeben hat.

Neben einem großen Herrenhof gab es damals wohl 30 Häuser in Mainroth. Es war beträchtlich, was der Herrenhof nach Bamberg zu liefern hatte: 30 Schweine, 600 Käselaibe, sechs Maßeinheiten Hopfen, vier Maßeinheiten Salz, 30 Hennen, 10 Gänse, 50 Eier, eine Kuh, einen Eber, zwei Ochsen mit Wagen und ein Beil.

Im 13. Jahrhundert ging ein grundlegender Umbruch vonstatten, die großen Herrenhöfe wurden nach und nach aufgelöst und Bauernhöfe als Erbzinsleihe an die Menschen gegeben. Die Leute konnten Haus und Hof vererben, auch verkaufen, waren dem Domkapitel als Besitzer aber regelmäßige Abgaben schuldig. An die Stelle eines Verwalters für den großen Herrenhof trat ein Beamter, ein Vogt, später auch Amtmann genannt. Es entstand das Amt Mainroth, zu dem auch Anwesen in Mainklein, Rothwind, Schimmendorf, Schwarzach und Danndorf gehörten. In Mainroth gab es Mitte des 19. Jahrhunderts eine hohe Zahl von größeren Höfen. 15 Einwohner nannten mehr als 40 Tagwerk ihr Eigen, zehn davon sogar mehr als 60. An der Spitze stand 1854 der Landwirt Johann Bähr mit 118 Tagwerk, gefolgt von Elisabeth Emmert (86 Tagwerk) und Heinrich Klemenz (82 Tagwerk).

Was Mainroth von anderen Orten unterschied, war das Braurecht der Einwohner, das jeder Hausbesitzer hatte. Dafür stand das gemeindliche Brauhaus zur Verfügung. Ein eigenes, privates Brauhaus hatte der Wirt vom Gasthof "Zur goldenen Krone". Auch das örtliche Handwerk konnte sich sehen lassen. Es gab drei Büttner, zwei Bäcker, fünf Schreiner, einen Tuchmacher, einen Schlosser, einen Metzger, einen Wagner, einen Maurer, zwei Schmiede, eine Ziegelhütte. Sogar eine Badstube für die medizinische Versorgung existierte. Was Mainroth von den anderen Dörfern ebenfalls abhob, war seine rechtliche Sonderstellung. Es gab nämlich ein Gericht, das drei Mal im Jahr zusammentrat, um Vergehen wie Verstöße gegen Maß und Gewicht zu ahnden.

Als 1552 der Markgraf Albrecht Alcibiades Krieg gegen den Bamberger Bischof führte, vertrieb er den Mainrother Pfarrer und setzte einen evangelischen Pfarrer ein. Bis zum Jahr 1624 blieb Mainroth evangelisch und wäre es wohl auch geblieben, wenn der Dompropst nicht hart durchgegriffen hätte. Die Mainrother wurden aufgefordert, katholisch zu werden, wer das verweigerte, musste sein Hab und Gut verkaufen und fortziehen. koh