Die Wände der Therapieräume und Büros sind farbenfroh bemalt, im langen Flur sind bunte Holzelemente kindgerecht angebracht. Es wirkt alles sehr farbenfroh und einladend im neuen Domizil der Caritas-Frühförderstelle in Ebern, die zum 1. September als Mieter ins Obergeschoss des Rotkreuz-Hauses (Im Frauengrund 12) in Ebern eingezogen ist. Die Atmosphäre ist herzlich, das spürt der Besucher schon beim ersten Kontakt: Da passt es ins Bild, dass die Mitarbeiterinnen um Leiterin Margit Jäcklein beim Empfang ihrer Klienten und Gäste ebenso freundlich strahlen wie die bunten Wände.

Und noch ein (Sinn-)Bild beschreibt Mitarbeiterin Stephanie Girschele beim Rundgang durch die Räume und deren Vorstellungen trefflich: "Es geht immer um den Menschen!" Bei der Caritas im Obergeschoss wie auch im Erdgeschoss, in dem die Rettungswache und die Sozialstation des Roten Kreuzes beheimatet sind. Caritas und Rotes Kreuz wirken hier nun gemeinsam unter einem Dach - mit unterschiedlichen Aufgaben, aber immer für das Wohl der Mitmenschen.

Hauptsitz in Gerolzhofen

"Wir fühlen uns hier wirklich wohl", sagt Margit Jäcklein, die Leiterin der Caritas-Frühförderstelle, die ihren Hauptsitz in Gerolzhofen (Kreis Schweinfurt) hat und Außenstellen in Schweinfurt, Haßfurt und nun auch in Ebern betreibt. Acht Mitarbeiterinnen kümmern sich in Ebern um die Frühförderung von Kindern: drei Heilpädagoginnen, zwei Logopädinnen sowie zwei Physiotherapeutinnen und eine Ergotherapeutin.

Ebern ist für die Außenstelle der Caritas-Frühförderung nicht neu. Bislang war das Team in der ehemaligen Berufsschule in der Mozartstraße untergebracht. Da die Tage des alten Gebäudes gezählt sind und an dessen Stelle ein Neubau errichtet wird, musste sich die Caritas auf die Suche nach einer neuen Unterkunft machen. Und so kam sie mit Rot-Kreuz-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger ins Gespräch, der die Idee hatte, die Caritas und Rotem Kreuz gleichermaßen dient. Er machte das Angebot, das Obergeschoss im Rotkreuzhaus zu vermieten.

Freie Räume

Dort war seit dem Um- und Neubau des Rotkreuzhauses mit Rettungswache, Sozialstation sowie Räumlichkeiten für die BRK-Bereitschaft Ebern und die Wasserwacht-Ortsgruppe im ehemaligen Sanitätsgebäude der Bundeswehr im Obergeschoss auch ein Jugendhaus des Roten Kreuzes integriert. Es standen fünf Räume mit insgesamt 18 Betten zur Verfügung, ebenso Sanitäranlagen und eine Teeküche. Gedacht war das Jugendhaus insbesondere für Jugend- und Schülergruppen, die hier Veranstaltungen durchführen und übernachten konnten. Die Nachfrage allerdings blieb eher gering.

Zeitweise wurden die Räume auch von der ehemaligen Außenstelle des Mehrgenerationenhauses Haßfurt genutzt, das hier über ein Jahr Angebote für Jung und Alt auf die Beine stellte. Allerdings musste die Außenstelle zum Bedauern des Roten Kreuzes geschlossen werden, da eine Förderung durch die Stadt Ebern nicht bewerkstelligt und die Kosten alleine durch das Rote Kreuz nicht finanziert werden konnten. Nun herrscht wieder Leben im Obergeschoss des Rotkreuzhauses. Dass hier Kinder in ihrer Entwicklung gefördert werden, ist nicht nur ein gesellschaftlich wichtiger Aspekt, sondern kommt auch dem ehemaligen Gedanken der Nutzung besonders zugute.

Doch welche Leistungen bietet die Caritas hier nun an? Margit Jäcklein und Stephanie Girschele machen deutlich: "Unsere Frühförderung umfasst als Komplexleistung die Beratung, Diagnostik und Förderung." Sie kommt Kindern ab der Geburt bis hin zum Schulalter zugute, wenn ein entsprechender Förderbedarf fachlich festgestellt worden ist. Die Kosten für die Förderung werden zum einen von den Krankenkassen getragen, zum anderen vom Bezirk Unterfranken - je nach Förderbedarf des jeweiligen Kindes. Genehmigt wird die Förderung jeweils für die Dauer eines Jahres, bei Bedarf steht eine Verlängerung an.

"Der Bedarf ist gegeben", erklärt Jäcklein. Kinder aus Ebern und den umliegenden Gemeinden kommen hierher, sogar aus den benachbarten Landkreisen Coburg und Bamberg. Für die Caritas-Mitarbeiterinnen gibt es also viel zu tun, alle Förderungen finden individuell und mit Terminvereinbarung statt.

Seit 40 Jahren

Die Frühförderstelle der Caritas hat Tradition: Sie gibt es am Hauptsitz in Gerolzhofen bereits seit 40 Jahren; aktuell sind mit den Außenstellen rund 45 Mitarbeiter tätig. Pro Jahr werden etwa 300 Kinder gefördert; in Ebern sind es derzeit 25 Buben und Mädchen.

"Die Frühförderung findet als Einzel- oder Gruppenförderung ambulant in der Frühförderstelle oder als Einzelförderung mobil zu Hause oder im Kindergarten statt", verdeutlicht Margit Jäcklein. Inzwischen zeigt etwa jedes dritte Kind in Deutschland Auffälligkeiten im Verlauf seiner Entwicklung, wissen die Fachfrauen von der Caritas. Frühförderung ist somit ein Angebot für Familien, die sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen in den Bereichen der Sprachentwicklung, der motorischen, geistigen oder emotionalen Entwicklung oder der Wahrnehmung. Sie ist ebenso gedacht für Kinder nach Früh- oder Risikogeburten, für behinderte Kinder oder solche, die Auffälligkeiten im Verhalten zeigen.

Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann sich an die Zentrale in Gerolzhofen unter Telefon 09382/315484 oder per E-Mail an info@fruehfoerderstelle-geo.de wenden. Informationen gibt es im Internet unter Adresse www.fruehfoerderstelle-geo.de.