Bei den Kommunalwahlen im März zogen viele Kandidaten zum ersten Mal in Stadt- und Gemeinderäte ein. Der FT lässt ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige der unter 50-Jährigen eine erste Bilanz ziehen. Heute: Burghaslach.

Seit 1. Mai sitzen Hannes Sternecker (30) von den Freien Wählern und Andreas Zobel (33, Bürger für die Marktgemeinde Burghaslach) im Burghaslacher Gemeinderat. Wir fragten sie nach ihren Gründen, für das Amt zu kandidieren, nach ihrem politischen Engagement im Vorfeld und ob sich ihre Vorstellungen von der Arbeit im Gremium bewahrheitet haben.

Hannes Sternecker ist in einem Ortsteil der Gemeinde geboren und aufgewachsen, daher liegt ihm sehr viel an einem modernen, familiären und gesunden Lebensumfeld. "Gerade die Jugend sollte nun das Heft in die Hand nehmen und gemeinsam mit der Erfahrung der dienstälteren Gemeinderäte für Veränderung sorgen und frischen Wind in die Gemeinde bringen. Schließlich geht es um die Zukunft, die vor allem durch unsere Generation mitgeprägt werden soll", sagt er.

Er wusste, dass er aufgrund seiner vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten bei vielen Mitbürgern bekannt ist, "aber fest damit gerechnet, gewählt zu werden, habe ich nicht." Aufgrund des Ausscheidens vieler erfahrener Gemeinderäte sei aber die Chance, als Neuling gewählt zu werden, doch etwas höher gewesen.

Das Vertrautsein mit allem komme erst im Laufe der Jahre. "Da die kommunalpolitische Arbeit sehr vielseitig ist, werden noch viele neue Arbeitsfelder auf mich zukommen."

Er war und ist immer noch sehr gespannt und neugierig, welche Themen auf ihn zukommen.

Er hat schon das Gefühl, dass man auch von den "alten Hasen" ernstgenommen und respektiert wird. "Jeder hat bei uns die Möglichkeit, seine Meinung frei und ohne Ängste äußern zu dürfen. Besonders interessiert bin ich an der Aktivierung der Jugend für sportliche und ehrenamtliche Tätigkeiten bei uns in der Gemeinde. Die Vereine stehen vor einer großen Herausforderung, da die Mitgliederzahlen leider zurückgehen und die Jugend sich zu sehr versteckt."

Sein größter Wunsch ist es, trotz unterschiedlicher Interessen und Ansichten gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um das Beste für die Gemeinde zu erreichen. "Mein politisches Ziel ist es, einen guten Job im Gemeinderat zum Wohle der Gemeinde abzuliefern und fester Bestandteil des Gremiums zu werden."

Andreas Zobel hat sich aus Unzufriedenheit mit Entscheidungen in der Gemeinde zur Energiewende für die Gemeinderatswahl aufstellen lassen. Zobel weist kein politisches Vorleben auf und war sehr überrascht, aus dem Stand in den Gemeinderat zu kommen. "Ich freue mich über den Rückhalt der Wähler!"

Um zu wissen, was ihn im Gemeinderat erwartet, hat er im Vorfeld Kontakt zu Gemeinderäten aufgenommen und sich informiert. "Jetzt nach einigen Sitzungen fühle ich mich angekommen." In jeder Sitzung komme wieder irgendetwas Neues. Das sei zum einen spannend, aber auch mit Vorbereitung verbunden, die er gerne auf sich nehme, weil es ihm Spaß macht.

"In den ersten beiden Sitzungen, war ich sehr aufgeregt, aber jetzt versuche ich mich auch aktiv an den Diskussionen zu beteiligen." Er fühlt sich ernstgenommen. "Ich bin angetreten, um die Energiewende in der Gemeinde voranzubringen, und hierfür setze ich mich mit Herzblut ein."

Die Kandidatur hat er auf keinen Fall bereut. Sein wichtigstes Ziel ist es, die Energiewende anzugehen und die Gemeinde Burghaslach fit für die Zukunft zu machen.