Hetzles — Einstimmig billigte der 13-köpfige Gemeinderat jetzt den Vorentwurf des im Südwesten des Ortes geplanten Bebauungsplanes "An der Schule". Gleichzeitig beschloss man dessen öffentliche Auslegung im Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligung, die ab dem 11. August für die Dauer vier Wochen den Einwohnern und Fachbehörden die Möglichkeit eröffnet, ihre Bedenken und Anregungen geltend zu machen.
Zuvor hatte das Gremium unter dem Vorsitz von Bürgermeister Franz Schmidtlein (Bürger aus Hetzles und Honings) zusammen mit dem Planer Markus Ziegler vom Ingenieurbüro Friedel & Partner und dem Landschaftsplaner Thomas Krawielitzki ausführlichst den Vorentwurf durchgearbeitet, der auf einer Fläche von 3,5 Hektar 31 Baurechte vorsieht. Angebunden werden soll das Baugebiet über die Eberbacher und Neunkirchner Straße durch eine in Richtung Steingasse in einen Wendehammer mündende Erschließungsstraße.
Der Geltungsbereich stößt im Norden und Westen an landwirtschaftlich genutzte Flächen und im Osten an den Friedhof, Kindergarten und das Feuerwehrhaus, während im Süden die Wohnbebauung in der Neunkirchner Straße und weiter Landwirtschaftsflächen angrenzen.

Einzel- und Doppelhäuser

Für die Bebauung sind Einzelhäuser vorgesehen, lediglich im Bereich der bereits bestehenden Bebauung im Südosten sollen Doppelhäuser möglich sein. Die Abwasserentsorgung wird über ein Trennsystem erfolgen, die Oberflächenwasser werden gedrosselt aus einem südlich in einer Feuchtwiese an der Ebersbacher Straße gelegenen Regenrückhaltebecken in den Hahnenbach eingeleitet, für die privaten Grundstücke wurden Zisternen sowie durchlässige Beläge für die Grundstückseinfahrten festgelegt.
Nach eingehender Diskussion verständigte man sich darauf, auf der rund 100 Meter langen unteren Straße als Verbindung von der Neunkirchner zur Ebersbacher Straße einen zusätzlichen Gehweg vorzusehen. Dieser soll durch Begleitgrün zu den Anwesen hin aufgelockert werden. Wie Bürgermeister Schmidtlein dazu ergänzend anmerkte, müssten dann dafür halt die zunächst dort vorgesehenen Parkplätze wieder gestrichen werden, und auch mit der Katholischen Kirchenstiftung müsste zuvor noch wegen eines flächenmäßigen Ausgleichs gesprochen werden.
Ebenfalls von Gemeinderat Gerhard Pospischil kam die Anregung, aus Rücksicht auf die Schulkinder in der Erschließungsstraße in Höhe des Feuerwehrhauses eine Querungshilfe einzurichten, von wo aus dann die Kleinen gefahrlos über einen noch anzulegenden Fußweg zu ihrer Schule gelangen können.

Über 9000 Quadratmeter Grün

Landschaftsplaner Thomas Krawielitzki beziffert den Bedarf an Ausgleichsflächen durch das neue Baugebiet auf 9173 Quadratmeter. Davon sind 3000 Quadratmeter auf einer Hochplateaufläche bei Pommer vorgesehen, der Rest soll innerhalb des Geltungsbereiches nachgewiesen werden. Vorgesehen ist hier für ein Gehölzstreifen zwischen dem Friedhof und dem Baugebiet, eine Streuobstfläche im Westen oder auch eine Feuchtwiese im Süden sowie einem Grünstreifen zwischen der Neunkirchner Straße und dem Baugebiet.
In einem weiteren Schritt beschloss der Gemeinderat an diesem Abend ebenfalls mit 13:0 Stimmen die erste Änderung des Flächennutzungsplanes, in dem künftig die Grundstücke des Bebauungsplanes "An der Schule" als Wohnbau-, Verkehrs-, Ausgleichs- und Grünflächen, als Regenrückhaltebecken oder auch als Wald/Kopfeichen festgesetzt sein werden. Auch dabei folgt als nächster Schritt die öffentliche Auslegung der Planunterlagen für die Dauer von vier Wochen, um den Bürgern und Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit zu geben, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.

Keine Bedenken

Abschließend stimmte die Runde noch dafür, gegen die erste Änderung des 1. Bebauungs- und Grünordnungsplanes "Baumgarten" im benachbarten Ermreuth keinerlei Bedenken und Anregungen geltend zu machen. fra-press