Wolfgang Desombre In anderen Städten werden solche Veranstaltungen "Rudelsingen" oder "Mitsing-Events" genannt. In der Vestestadt hieß diese Aktion "1. Coburger Weihnachtssingen" und mehr als 50 Sänger und Sängerinnen gaben sich ein Stelldichein.

Es ging am Dienstagabend im Foyer der Wohnbau auf der Mauer weniger darum, den richtigen Ton zu treffen, als vielmehr um ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Jeder, der dabei sein wollte, durfte seine Stimme zum Besten geben. Musikalisch unterstützt wurden die Sänger von der Gruppe "Die stimmBANDE", die für den Abend auch Cajon, Kontrabass und andere Instrumente im Gepäck hatte.

Die Hauptaufgabe der Wohnbau Stadt Coburg sei es, Wohnraum für alle bereitzustellen, sagte Geschäftsführer Christian Meyer. Ferner sorge die Wohnbau dafür, die Stadt und ihr Umfeld liebens- und lebenswert zu gestalten. Die Intention sei es deshalb, ihr Foyer für Aktivitäten zu öffnen. Durch den Umzug der Wohnbau in die Stadt sei ein Ort geschaffen worden, der die Bürger zusammenbringe. Damit zeige die Wohnbau den "Geist für Gemeinschaft", sagte Meyer.

"Singen entspannt, tut gut und ist gesund", sagte Oliver Hess, Leiter des Fachbereiches Kultur der VHS Coburg, die zu diesem ersten Coburger Weihnachtssingen eingeladen hatte. Die Gemeinschaft mache die VHS aus, egal ob beim Lernen einer Sprache, beim Fitnesskurs oder heute beim gemeinsamen Singen. Dieses gemeinsame Singen sei ein Trend, der nun auch in Coburg angekommen ist, sagte Hess. Ob dieses Experiment gelinge, liege an den Sängern. Hess rätselte: "Wird der Abend besinnlich oder kommt Partystimmung auf?"

Carmen Hofmann aus Bad Rodach hatte vom 1. Coburger Weihnachtssingen erfahren und wollte schauen, "ob was los ist". Heute sei sie stimmlich etwas angeschlagen, aber beim nächsten Mal wolle sie wieder dabei sein. Das Ganze sei ihr nicht unbekannt. Oft führe ihr Weg zum "Rudelsingen" nach Fürth.

Es ging bei diesem ersten Versuch in Coburg um das Gemeinschaftsgefühl, das beim Musizieren entsteht, wenn sich Töne, Rhythmen und Schwingungen treffen und zu einem Ganzen fügen. Auf der Bühne stand "Die stimmBANDE" unter Leitung von Markus Geiger, um den Liedern den nötigen Schwung zu verleihen. Gespielt und vor allem gesungen wurden klassische deutsche Weihnachtslieder wie "O du fröhliche", "Ihr Kinderlein kommet" und internationale Songs wie "White Christmas" oder "Winter Wonderland". Die Moderation des Abends hatte Angelika Züger übernommen. Sie leitet seit vielen Jahren den VHS-Chor und weiß, wie man die manchmal etwas zurückhaltenden Coburger zum Singen motiviert. Damit jeder mitsingen konnte, wurden die Texte der Lieder an die Wand projiziert. Punsch und Apfelglühwein aus Bad Rodach sorgten dafür, dass die Kehlen nicht austrockneten.