Um die Digitalisierung der Schule ging es in der jüngsten Sitzung des Weisendorfer Gemeinderats . Wie Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein ( CSU ) erläuterte, habe die Corona-Pandemie die Anforderungen an die schulische IT-Ausstattung nachhaltig verändert und den bereits bestehenden Trend zu zentralen IT-Lösungen sowie den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Werkzeuge, Dienste und Daten über mobile Endgeräte nochmals beschleunigt. Denn für ein zeitgemäßes Unterrichten und Arbeiten benötigen die Lehrkräfte die erforderliche digitale Ausstattung. Dies verdeutlichten auch die bei der Sitzung anwesende Schulleiterin Petra Pausch und die Systembetreuerin der Grundschule Weisendorf , Luise Pöverlein.

Wie der Bürgermeister erläuterte, stellen Bund und Freistaat im Rahmen des Digitalpakts 778 Millionen Euro zur Verfügung. Zielsetzung des Programms ist die Förderung schulischer Maßnahmen zur Umsetzung der schuleigenen Medienkonzepte. Dieser Förderzweck soll insbesondere erfüllt werden durch Aufbau oder Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände, Aufbau oder Verbesserung der schulischen WLAN-Infrastruktur, Aufbau und Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lern-Infrastrukturen sowie Beschaffung von Anzeige- und Interaktionsgeräten, digitalen Arbeitsgeräten und schulgebundenen mobilen Endgeräten.

Der Fördersatz beträgt 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, für Weisendorf würde die Förderung knapp 100 000 Euro betragen. Nach Aussage der Schulleiterin haben sich während des Homeschoolings die bereits beschafften Endgeräte bestens bewährt und die Kinder kommen damit sehr gut zurecht.

Weisendorf will nun weitere Schwerpunkte setzen: effektiver und reflektierter Einsatz analoger und digitaler Medien zur Informationsbeschaffung, kreative Gestaltung von analogen und digitalen Medienprodukten, souveräne Präsentation unter Einsatz verschiedener medialer Werkzeuge und verantwortungsvolles Agieren in einer zunehmend digitalisierten Welt.

Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine angemessene Ausstattung der Schule notwendig, so Schulleiterin Pausch. Für Klassenzimmer und Fachräume sind Touchdisplays als Tafeln vorgesehen, mit denen ein interaktives Arbeiten möglich ist. „Die derzeit in den Klassenzimmern verwendeten Notebooks wurden teilweise bereits 2015 angeschafft, daher ist ein Ersatz sinnvoll und notwendig“, wünscht sich die Schulleiterin . Dokumentenkameras hätten im Schulalltag bereits einen festen und bewährten Platz und würden auch weiterhin eingesetzt. Zusätzlich sei die Einführung von Tablet-Klassen geplant.

„Trotz des hoch erscheinenden maximalen Förderbetrages kommen auf den Markt Weisendorf im Zuge der Digitalisierung hohe Kosten zu“, stellte der Bürgermeister klar. Jedoch habe gerade die Pandemiemaßnahme „Homeschooling“ die Notwendigkeit gezeigt, dass Schüler schon frühzeitig den Umgang mit digitalen Medien erlernen. Ohne Diskussion beschloss der Marktgemeinderat , am Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus teilzunehmen. Als Grundlage werden die Vorschläge der Schule berücksichtigt.

In Zusammenhang mit der Schule stand auch der Punkt Auflösung oder Erhalt der Mittelschule auf der Tagesordnung. Der Markt Weisendorf war dazu vom Staatlichen Schulamt im Landkreis Erlangen-Höchstadt um eine Stellungnahme gebeten worden.

Zum 1. Augst 2010 wurde der Mittelschulverbund für die Hauptschulen Herzogenaurach und Weisendorf gegründet. Die Hauptschule Weisendorf erhielt die Bezeichnung „ Mittelschule “. In diesem Jahr hat dazu das Büro Planwerk Stadtentwicklung eine aktualisierte Prognose/Bedarfsermittlung für verschiedene Altersgruppen vorgestellt. Diese zeigt einen Anstieg des Bedarfs an Betreuungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Deshalb sprach sich der Marktgemeinderat für den Erhalt der Mittelschule aus, ein Antrag auf Auflösung wird nicht gestellt.