Zur aktuellen Diskussion über den neuen Flächennutzungsplan von Höchstadt äußert sich jetzt auch die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN). Der BN hat eine 16-seitige Stellungnahme zum Vorentwurf des Höchstadter Flächennutzungsplans abgegeben und lehnt diesen in dieser Fassung ab, teilt Kreisvorsitzender König mit. „Dies ist aber nicht der Untergang Höchstadts und nicht das Ende der Infrastruktur“, so König, „sondern der Aufruf, dass es in diesem Umfang mit Flächenausweisungen im gesamten Stadtgebiet nicht mehr so weitergehen kann. Wer ein Herz für Kinder hat, schont auch die Natur.“

Schon 2010 habe der BN darauf hingewiesen, dass ein Flächenmanagement dringend nötig sei, passiert sei wenig. Selbst im Koalitionsvertrag von CSU und FW werde auf das Ziel hingewiesen, maximal fünf Hektar pro Tag auszuweisen. Aktuell würden im bayerischen Durchschnitt elf Hektar pro Tag verbraucht.

Der BN als überparteilicher Verein habe sich nun an einen Vorschlag des ehemaligen Landes- und Bundestagsabgeordneten der CSU , Josef Göppel , gehalten, und auf Basis von elf bzw. fünf Hektar pro Tag den „erlaubten“ Flächenbedarf für Höchstadt ermittelt. König hat laut Pressemitteilung errechnet, dass Höchstadt den bayerischen Durchschnitt dabei um mehr als 144 Prozent und das gewünschte Ziel um 388 Prozent überschreitet.

Vorbild Adelsdorf

Es gehe aber laut BN auch anders. „Während Höchstadt für einen (bis 2037) prognostizierten Bevölkerungszuwachs von 677 Einwohnern satte 53 Hektar für neue Wohngebiete beansprucht, konnte in Adelsdorf für dieselbe Bevölkerungszahl im Wohngebiet Reuthsee entsprechender Wohnraum auf nur zwölf Hektar bereitgestellt werden. Selbst wenn man eine derart kompakte, flächensparende Bauweise wie im Reuthseegebiet teils auch aus guten Gründen ablehnt, zeigen die Zahlen, wie viel Raum für eine maßvollere Planung bestünde.“

Inakzeptabel seien auch die Planungen für ein 27 Hektar umfassendes Gewerbegebiet im Schwarzenbachtal am westlichen Stadtrand sowie direkt neben einem Feuchtbiotop am Rand des Vogelschutzgebiets Aischgrund, nahe der Kläranlage Höchstadt. „Hochbedrohte Feldvogelarten wie Rebhühner, Feldlerchen und der in der Region inzwischen vom Aussterben bedrohte Kiebitz brüten dort regelmäßig noch in mehreren Paaren. Eingriffe in so hochwertige Bereiche sind daher heute unverantwortlich und praktisch nicht ausgleichbar“, sagt der Biologe Manfred Ludwig und betont, dass „ Artensterben nicht so einfach vom Himmel fällt, sondern hier vor der eigenen Haustür stattfindet“. red