Weisendorf  — Eine längere Diskussion gab es in der letzten Sitzung des Marktgemeinderates zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zugunsten von Hochwasserschutz und Klima- und Naturschutzmaßnahmen entlang der Seebach westlich des Badweihers.

Den Antrag begründete Ernst Rappold: Die Gemeinde Weisendorf solle den Bereich des Seebachgrunds westlich des Badweihers so umgestalten, dass er den Herausforderungen des Klimawandels gerecht werde. Ziel der Maßnahme solle sein, sowohl den Hochwasser- und Naturschutz als auch das Niedrigwassermanagement zu verbessern.

Dazu solle von der Verwaltung ein Planungsauftrag an ein Landschaftsplanungsbüro erteilt und nach Fördermitteln recherchiert werden. Denn Land, Bund und EU würden wasserwirtschaftliche- und umweltpolitische Vorhaben mit bis zu 90 Prozent fördern. Außerdem solle geprüft werden, ob weitere Flächen entlang der Seebach bis Mitteldorf zu erwerben seien. „Der Natur muss mehr Raum gegeben und die Begradigungen zurückgenommen werden, das würde sich auch positiv auf den Wasserhaushalt der angrenzenden Wiesen auswirken“, betonte Rappold.

Der Antrag rief Hans Kreiner ( CSU ) auf den Plan, denn nach seiner Auffassung sei die Seebach nur ein „Rinnsal“ und trockne im Sommer sogar aus. „Warum habt ihr nicht eine Renaturierung des Langweihergrabens beantragt?“, fragte er die Fraktion. Denn der Langweihergraben habe ein größeres Einzugsgebiet und trete bei starkem Regen schon mal über die Ufer.

Der Bürgermeister riet, den Antrag zurückzuziehen, denn die Gemeinde habe entlang der Seebach bis nach Mitteldorf nur einen Mähstreifen und damit keine Möglichkeit, die Ufer der Seebach abzuflachen.

Am Ende folgte das Gremium dem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters: Der Marktgemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Einholung von Angeboten für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse bei Starkregenereignissen. Die Verwaltung prüft, ob Fördermittel für eine derartige Maßnahme zur Verfügung stehen. Außerdem prüft die Verwaltung, ob Flächen entlang der Seebach zu erwerben sind. Im Haushalt 2023 werden entsprechende Mittel eingestellt.