In Zeiten wie diesen die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde zu erhalten, ist wahrlich kein Kinderspiel. Dass es nicht schmerzfrei vonstatten gehen wird für die Adelsdorfer Bürgerinnen und Bürger, machten Bürgermeister Karsten Fischkal und Kämmerer Jonas Geier in der Gemeinderatsitzung deutlich, in welcher es um die Absegnung des Haushalts ging.

Konkret ging es um Folgendes: Der Hebesatz für die Grundsteuer A und B wird von 450 v. H. auf 550 v. H. erhöht. Das macht laut Fischkal bei einem Einfamilienhaus 66 Euro und bei einem Mehrfamilienhaus ungefähr 86 Euro jährlich an Mehrkosten aus. Zudem soll der Verkaufspreis von Grundstücken von bisher 295 Euro pro Quadratmeter auf 400 erhöht werden, was sich zusammensetzt aus rund 250 Euro für den Verkauf und circa 140 Euro für die Erschließung.

Außerdem sollen fünfprozentige Kürzungen im Aufwendungsbereich vorgenommen werden; Personalkosten, Miete und Gebäudebewirtschaftung werden davon nicht betroffen sein. Auch sollen die Gebühren für Wasser und Abwasser stabil bleiben.

Fischkal sagte: „Die einen wollen, dass die positive Entwicklung weitergeht, und werden den schmerzlichen Teil mittragen, die anderen Kollegen wollen die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger nicht mitgehen. Wir müssen sparen.“

„Das wird ein Ritt auf der Rasierklinge“, kommentierte Tim Scheppe (FW) die Entscheidung, welche von den Freien Wählern mitgetragen wird. Die CSU-Fraktion wird laut Nico Kauper dem Haushalt nicht zustimmen, da „die einseitige Mehrbelastung für Bauland für viele Familien mit normalem Einkommen das Ende vom Traum des Eigenheims bedeutet“. Zudem fragte er an, ob es denn einen Bewegungspark für 400.000 Euro , der am Eisweiher geplant ist, wirklich brauche, oder ein zweites Ärztehaus im Ortskern, wenn am Ortsrand ein großes entstehe.

Für Michael Auer (Grüne) ist die Grundsteuererhöhung „alternativlos“. „Es wird sich auch keine Gemeinde finden, die günstige Grundstücke für junge Familien anbietet“, erklärte er, „die Grundstückspreise gehen durch die Decke.“ Nobert Birkner (ABWI) und Jörg Bubel ( SPD ) würden gerne Maßnahmen wie den geplanten Abriss des Schostak-Hauses (150.000 Euro ) und die Sanierung der Rathaus-Apotheke (30.000 Euro ), welche den Gemeindewerken Adelsdorf gehört, gestrichen sehen. Beide Fraktionen sind nicht bereit, den Haushalt in der Form mitzutragen.

So war es dann nicht verwunderlich, dass der Haushaltssatzung, dem Haushaltsplan, der mittleren Finanzplanung sowie dem Kassenkreditrahmen in Höhe von 4,5 Millionen mit 11:6 Stimmen entsprochen wurde. Nur bei dem Stellenplan war man sich mit 16:0 einig.

Deutlich entspannter ging es bei der Bestätigung von Patrick Sorger als neuen Kommandanten der Neuhauser Feuerwehr und Nadine Burkhardt als stellvertretende Kommandantin zu. Lediglich der Lehrgang für Zugführer steht bei Burkhardt noch aus, aber da ist die junge Frau bereits dran.