Über Spenden des Rotary Clubs Kronach in Höhe von jeweils 3000 Euro freuen sich die Lebenshilfe und die Caritas Kronach. Das Geld wurde bereits vor einem Vierteljahr übergeben. Wegen der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie hatte man aber bislang von einer offiziellen Spendenübergabe Abstand genommen. Diese erfolgte nunmehr im Garten am Katholischen Pfarramt Kronach, wo Rotary-Präsident Pfarrer Thomas Teuchgräber im Beisein von Stefan Müller, Beirat im Rotary-Hilfswerk des RC Kronach, die Spenden an die Caritas-Sozialpädagogin Irene Piontek und an Lebenshilfe-Geschäftsführer Wolfgang Schmidt-Palm überreichte.

Das Geld fließt seitens der Lebenshilfe in den Fachbereich Offene Hilfen - konkret in die Anschaffung zweier neuer Caddys, während die Caritas von den "Lädla"-Kunden benötigte Artikel anschaffte. Beide Male kommt die Spende wie gerufen.

"Die Veränderungen in Zeiten von Corona waren insbesondere für unsere Hilfesuchenden mit großen Unsicherheiten und Einschnitten verbunden. Viele praktische Hilfeangebote, Einrichtungen, Behörden, etc. hatten aufgrund von Kontaktbeschränkung und Infektionsschutzverordnungen geschlossen, beziehungsweise waren nur mit Einschränkungen erreichbar", bedauerte Irene Piontek, Leiterin der Abteilung Soziale Hilfen des Caritasverbands für den Landkreis Kronach. Die Unsicherheit in der Bevölkerung habe zu "Hamsterkäufen" und Lieferengpässen geführt. Für die Kunden seien dadurch mehrere Hürden zu überwinden gewesen.

Immer mehr finanzielle Engpässe

Durch Kurzarbeit, Wegfall geringfügiger Arbeitsverhältnisse oder Kündigung befristeter Arbeitsverhältnisse hätten zunehmend mehr Menschen mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Die Zahl der Haushalte und Personen der Nutzer stieg deutlich an. Waren Ende Februar 499 Haushalte mit 1148 Personen im Besitz einer Berechtigungskarte, stieg die Berechtigten-Anzahl bis Ende Mai auf 624 Haushalte mit 1466 Personen.

"Andererseits hatten wir bedingt durch die allgemein schwierige Situation zeitweise weniger gespendete Lebensmittel zur Verfügung", erläuterte die Sozialpädagogin. In dieser Zeit hätten die Caritas und deren Kunden ein sehr hohes Maß an Solidarität und Unterstützung erfahren. Durch großzügige Spenden konnte man das Angebot - insbesondere im Bereich lang haltbarer Grundnahrungsmittel - aufrechterhalten und Familien in Not mit dringend notwendigen Hygieneartikeln versorgen. Die Spende des Rotary-Hilfswerks habe dazu beigetragen, (immer noch) Lebensmittel wie Zucker, Mehl, Nudeln, Reis, Tee, Haferflocken, etc., aber auch Duschbad, Seife, Shampoo usw. für die Nutzer zur Verfügung stellen zu können. Um das Ansteckungsrisiko für besonders gefährdete Kunden zu senken, bietet man seit Mitte März für ältere und kranke berechtigte Personen einen Bestell- und Lieferservice an. Die damit verbundenen Mehrkosten konnten durch die Geldspenden aufgefangen werden.

Ihrem Dank schloss sich Lebenshilfe-Geschäftsführer Wolfgang Schmidt-Palm an. Die Summe kommt vollumfänglich dem Fachbereich "Offene Hilfen" mit seinem vielfältigen Betreuungs- und Beratungsangebot zugute. Der Fachbereich unterstützt Menschen mit Behinderung bei einer selbstbestimmten Freizeitgestaltung. Er verfolgt das Ziel, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen durch individuelle Betreuungsangebote zu unterstützen und zu begleiten. Anspruch auf das Angebot - ehemals FED (Familienentlastender Dienst) - haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen, Sinnesbeeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen. Neben Einzelbetreuungen wird ein umfangreiches Gruppen-Freizeitprogramm angeboten. Nachdem die beiden hierfür zur Verfügung stehenden Caddys schon arg in die Jahre gekommen seien, müsse man - so Schmidt-Palm - zwei neue Fahrzeuge anschaffen. Die Kosten hierfür seien aufgrund spezieller Umrüstungen beziehungsweise Einbauten für die Beförderung der zum Teil in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen sehr hoch. Die Spende stelle hierfür einen großen Baustein dar, auf den man aufbauen könne. Für weitere "Nachahmer" wäre man sehr dankbar. hs