Seine Verdienste für Untersteinach sind unumstritten. Er hat den Ort geprägt, wie kein anderer. 24 Jahre war Heinz Burges Bürgermeister, zuvor bereits sechs Jahre Stellvertreter seines Amtsvorgängers Walter Arlt. Über 20 Jahre war er zudem Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach. Am morgigen Dienstag feiert Untersteinachs bisher einziger Ehrenbürger seinen 80. Geburtstag.

Über Jahrzehnte war er zudem Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Schorgasttal. Der Landkreis verlieh im 2018 als einzigem ehemaligen Bürgermeister die Bürgermedaille in Gold. Dem Kulmbacher Kreistag gehörte Burges von 1992 bis 2020 an. Im Jahr 2017 legte er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Gemeinderat nieder. Seine Nachfolgerin wurde Cornelia Wehner.

Politisch hatte der Jubilar bei den Sozialdemokraten seine Heimat gefunden. Mit seiner Frau Ingrid ist der in Tröstau im Fichtelgebirge geborene Kommunalpolitiker seit 56 Jahren glücklich verheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Sabine und Jürgen hervor. Auch Ingrid Burges engagiert sich für die Gemeinde, organisiert als Seniorenbeauftragte für die Arbeiterwohlfahrt seit mehr als drei Jahrzehnten monatlich Ausflüge in die nähere Umgebung.

1976 war die Familie nach Untersteinach gezogen. Nachdem Burges beruflich von Weiden nach Bayreuth versetzt wurde, übernahm der gelernte Flussmeister beim Wasserwirtschaftsamt Bayreuth die damalige Außenstelle in Stadtsteinach im ehemaligen Landratsamt.

Beliebt und kompetent

Burges zog 1984 bei den Kommunalwahlen mit dem besten Ergebnis aller Bewerber in den Gemeinderat ein. Damit begann sein politischer Höhenflug. Er wurde auf Anhieb stellvertretender Bürgermeister. 1990 wählten ihn die Bürger zum Nachfolger von Walter Arlt.

Sein überzeugendes Fachwissen und die beliebte und freundliche Art des Jubilars wurden auch über Parteigrenzen hinweg anerkannt. Seine Lösungen verfolgte er stets zielstrebig. Nachdem sein Gegenkandidat, Heinrich Adam, 1990 bei den Bürgermeisterwahlen verlor, verzichteten die anderen Parteien 1996, 2002 und auch 2008 auf eigene Nominierungen.

Sich in den örtlichen Vereinen zu engagieren, war für Heinz Burges von Beginn an selbstverständlich. Mehrfach ließ er sich in die Verantwortung nehmen und war unter anderem Vorsitzender des Sportvereins Fortuna, des Gartenbau- und Verschönerungsvereins und des SPD-Ortsvereins, wirkte in mehreren Ausschüssen mit.

Unter seiner Führung wurden zahlreiche Projekte angestoßen und vollendet. Eine wesentliche Ausweitung erfuhr das örtliche Gewerbegebiet. "Sie ist heute ein Segen für unsere Gemeinde, nicht zuletzt aufgrund der Gewerbesteuereinnahmen", sagt Burges. Unverzichtbar sei der Netto-Markt, der seit fast 20 Jahren angesiedelt ist, sowie der Getränkemarkt nebenan.

Als besonders wichtiges Projekt betrachtet Burges, den seine Heimatgemeinde mit dem Titel Altbürgermeister geehrt hat, Planung und Bau der B 303 in Richtung Stadtsteinach. "Dies war vor allen Dingen für die Anwohner der Stadtsteinacher Straße eine große Entlastung", so Burges.

Sehr am Herzen lag dem Ehrenbürger die Sanierung der Schule, die mit rund 3,7 Millionen Euro gefördert wurde. Der Bau der Kindertagesstätte und die Erweiterung durch den Hort am Bühl fielen ebenso in seine Amtszeit. Burges erinnert sich rückblickend an viele Projekte und Initiativen, die das heutige Ortsbild und eine gute Entwicklung geprägt haben. Hochwasserfreilegung, Dorferneuerung, Erschließung der Baugebiete Melm 1 und Melm 2.

Ein spätes Geburtstagsgeschenk

Während seiner gesamten Amtszeit begleitete Heinz Burges der Bau der Umgehungsstraße B 289. Viele Proteste und Demonstrationen gab es, bis das Mammutprojekt auf den Weg gebracht war. 2016 war Baubeginn, die Freigabe steht in wenigen Wochen bevor. "Dies ist für mich wie ein verspätetes Geburtstagsgeschenk", freut sich der 80-Jährige.

Was den Jubilar noch freut: dass sich Gumpersdorf zu einem Schmuckstück entwickelt. Auch für die Völkerverständigung trat Heinz Burges ein und unterstützte die Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Mogilany. Sein Herz schlägt außerdem für den 1. FC Nürnberg, die Bienenzucht. Außerdem geht Heinz Burges sehr gerne wandern.

Wegen der Corona-Pandemie wird es zum Geburtstag keine Feier geben. Der Jubilar verreist und wird morgen nicht erreichbar sein.