Frank Helmerich ist der Direktkandidat der Freien Wähler (FW) für die Bundestagswahl im Wahlkreis Bad Kissingen, den der Landkreis Haßberge sowie die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld bilden. Unter Corona-Bedingungen wurde der 44-jährige Gymnasiallehrer aus Bad Königshofen von den Delegierten aus den drei Landkreisen einstimmig aufgestellt.

Die Oskar-Herbig-Halle in Mellrichstadt bot genügend Platz für elf Mitglieder, die dem Wahlgesetz nachkamen und in Präsenz die Nominierung vornahmen. Bereits mit der Einladung waren Helmerich und der Listenkandidat Werner Fink vorgestellt worden. Außerdem wies der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende für Rhön-Grabfeld, Gerald Pittner , darauf hin, dass es in Corona-Zeiten genüge, wenn jeder Kreis durch wenige Mitglieder vertreten sei. So entschuldigten sich im Vorfeld über 25 Eingeladene. Pittner sorgte mit Wahlleiter Manfred Dülk für einen straffen Verlauf. Alle anderen Versammlungen und Arbeitskreis-Treffen der Freien Wähler in Unterfranken finden derzeit digital statt.

Der Bewerber

Frank Helmerich ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der ehrenamtliche Badminton-Trainer wurde im vergangenen Jahr in den Stadtrat Bad Königshofen und in den Kreistag Rhön-Grabfeld gewählt. Für eine Kandidatur bei der Bundestagswahl habe er sich ganz bewusst entschieden, um dem pragmatischen und lösungsorientierten Politikansatz der Freien Wähler auch zum Sprung in den Bundestag zu verhelfen, erklärte er in einem kurzen Statement.

Als Listenkandidat wurde Werner Fink aus Bad Neustadt/Saale nominiert. Der 43-jährige Familienvater arbeitet als Lebensmittelkontrolleur und ist bei Feuerwehr und in der Kolpingsfamilie aktiv. Auch er setzt sich für eine bürgernahe Politik im Bund ein.

Dass auch kleine Fraktionen etwas bewegen können, zeigte Gerald Pittner mit einem Abstecher in die Landespolitik auf. Schon aus der Opposition sei den Freien Wählern über Bürgerbegehren vieles gelungen, und in der Koalition mit der CSU seit gut zwei Jahren sei die Handschrift der FW unübersehbar. "Dabei darf man die Größenverhältnisse natürlich nicht übersehen", sagte Pittner. Dass derzeit im anlaufenden Wahlkampf alles getan werde, um sowohl die Stromtrassen-Politik der letzten Jahre als auch die Kultuspolitik von Jahrzehnten den seit zwei Jahren amtierenden Ministern der FW allein in die Schuhe zu schieben, sei ein Zeichen dafür, dass die FW mehr Akzente setzen, als das dem großen Koalitionspartner oftmals recht sei.

Für die Bundestagswahl seien die Freien Wähler in Unterfranken flächendeckend aufgestellt, und im Blick auf ganz Deutschland stünden die Zeichen gut, so Pittner. Die Freien Wähler gehören bisher dem Bundestag nicht an.

Das Direktmandat im Wahlkreis Bad Kissingen hat die aus Ebelsbach stammende Digitalministerin Dorothee Bär ( CSU ) inne. Die 42-Jährige sitzt im Bundestag seit 2002 und tritt wieder an. sw/ks