Nachdem in der Mainrother Ortsdurchfahrt am Oberen Berg Mitte Juli ein Straßeneinbruch festgestellt worden war, musste die B 289 in Fahrtrichtung Kulmbach halbseitig gesperrt werden. Durch die Anwohner war ein Schlagloch auf der Strecke bemerkt worden, unter dem, bei der Inspizierung durch die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Staffelstein, Setzungen im Untergrund festgestellt wurden.

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei verfüllten die Senkung umgehend mit Sand und sicherten den Bereich provisorisch vor Witterungseinflüssen, um mögliche weitere Schäden zu vermeiden. Aus Sicherheitsgründen erfolgte dann die halbseitige Sperrung.

Gewölbekeller nicht der Grund

Als mögliche Ursache wurden die alten Gewölbekeller erkannt, die die Bundesstraße möglicherweise unterirdisch queren. Bei einer Besichtigung des Kellers der Eheleute Bornschlegel konnte kein ersichtlicher Einbruch festgestellt werden.

Georadarmessungen

Zur weiteren Abklärung wurden deshalb vom Staatlichen Bauamt Bamberg Georadar-Untersuchungen angeordnet. Diese Form der Bodenradarmessung ermöglicht eine Darstellung des Untergrundes mittels hochfrequenter elektromagnetischer Wellen. Das Georadar zeigte Auffälligkeiten, so dass Bohrungen zur Abklärung beschlossen wurden.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste die Ortsdurchfahrt für die Dauer der Bohrungen vollständig gesperrt werden. Mit großem Interesse verfolgten die Mainrother Einwohner die Bohrarbeiten. Bauingenieur Christian Deuerling und Geologin Vanessa Rösch vom Staatlichen Bauamt Bamberg hatten zuvor die Bohrpunkte basierend auf den Daten der Georadar-Untersuchungen und des 3D-Scans festgelegt. Um die verkehrsärmere Nachtzeit auszunutzen, fanden die Bohrungen jeweils zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens statt.

Bis zu neun Meter tief gebohrt

Insgesamt wurden vier Bohrungen mit einer Bohrtiefe von sechs bis neun Metern vorgenommen. Am Montag konnten bereits die ersten zwei Bohrkerne gezogen werden, die aus Sandstein- und Tonsteinschichten bestehen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch folgten die beiden letzten Bohrungen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite direkt neben dem alten Brauhaus lagen.

Nach Auskunft des Staatlichen Bauamtes muss das Bohrmaterial nun untersucht und befundet werden. Erst danach können ein abschließendes Ergebnis der Bohrung und weitere mögliche Maßnahmen bekanntgegeben werden.

Die halbseitige Sperrung in Richtung Kulmbach bleibt aus Sicherheitsgründen weiter bestehen. Die Einwohner nahmen die gesamte Maßnahme samt der Sperrung und der nötigen nächtlichen Ruhestörung sportlich und nutzten die Zeit der Vollsperrung für einen kleinen Umtrunk auf der B289.

Umleitungsschilder missachtet

"Endlich gehört die Straße einmal ganz uns, das hat es seit dem Bau der Bundesstraße noch nicht gegeben", war der einhellige Tenor. Mit Unverständnis reagierten sie auf die Missachtung der Hinweisschilder für die Umfahrung. Hier fielen vor allem die vielen Hermes-Laster mit Anhänger negativ auf. Gefühlt war das die halbe Flotte, die trotz der Schilder, die schon in Burgkunstadt die Umleitung auswiesen, bis zur Absperrung heranfuhren.

Besonders unangenehm fielen dann die auf, die nicht wendeten, sondern ganz unverfroren durch die Wagnersgasse und die enge Brunngasse durch das Wohngebiet fuhren.