Bei der Haushaltsplanung musste der Verwaltungs- und Finanzsenat mit einigen Ungewissheiten kalkulieren. Dennoch stand recht schnell das Zahlenwerk fest, das dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden soll, wie Bürgermeister Marco Steiner (FW) im Anschluss an die Sitzung berichtete.

Kämmerin Karin Beier musste vor allem bei den zu erwartenden Einnahmen aus Einkommen- und Gewerbesteuer vorsichtig sein. "Wir wissen ja noch nicht, wie sich zum Beispiel die Kurzarbeit auf die Einkommensteuer auswirkt", erklärte sie. Ähnlich bei der Gewerbesteuer. Da mus sich zeigen, welche Spuren die Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona bei den Rödentaler Unternehmen hinterlassen haben.

Eine zusätzliche Belastung erfuhr der Abschluss 2020 durch Vorfinanzierungen, die die Stadt leisten musste, weil zugesagte Fördermittel für Bauvorhaben nur schleppend zugewiesen wurden. So beispielsweise im Fall der Schule in Einberg, die gerade in der Vollsanierung steckt. Dort wurden sechs von veranschlagten neun Millionen Baukosten schon bezahlt - und eben zu einem erheblichen Teil durch die Stadt vorfinanziert. Weitere drei Millionen sieht der Haushalt in diesem Jahr vor.

Beim Straßenunterhalt wurde ebenfalls nicht gekürzt. "Wir haben 600 000 Euro eingeplant, auch weil der Winter härter ist als in den vergangenen Jahren und an den Straßen Spuren hinterlassen wird", erklärte Marco Steiner.

Kinderbetreuung kostet

Vor allem muss die Stadt auch in die Kinderbetreuung investieren. "Wir haben einen stark zunehmenden Bedarf an Krippenplätzen", begründet das Marco Steiner. Vor allem im Froschgrund sei die Nachfrage groß. Daher gibt es Überlegungen, das Kinderhaus in Oberwohlsbach zu erweitern. Ein Anbau an das Obergeschoss wird auf seine Machbarkeit geprüft. "Sollte das machbar sein, wollen wir heuer noch mit dem Bau beginnen", sagte Marco Steiner. Haushaltsmittel in Höhe von 450 000 Euro wurden dafür schon eingeplant.

Die Zahl der Kinder in Rödental steigt zwar nur leicht. Aber inzwischen fragen 80 Prozent der Eltern ein Jahr nach der Geburt ihres Kindes einen Krippenplatz nach, weil sie ins Berufsleben zurückkehren möchten. Dem versucht die Stadt schon seit mehren Jahren durch Erweiterungen und Neubauten von Kitas gerecht zu werden.

Wo Einsparungen kaum möglich sind, das sind die begonnen Projekte. So muss das Feuerwehrhaus in Mittelberg fertig gebaut werden. 750 000 Euro stehen in diesem Jahr noch zu Buche. Die Gesamtkosten werden sich auf 1,3 Millionen belaufen. Dann eben die Schule in Einberg, die wie das Feuerwehrhaus Mitte des Jahres fertig sein soll, zumindest bis auf die Außenanlagen. Zur selben Zeit hofft die Stadt auch die ersten Wohnmobilisten auf dem neuen Stellplatz begrüßen zu können. Erst für den Herbst ist die Fertigstellung der Erweiterung zum Lienhard-Fuchs-Kindergarten vorgesehen.

Die im vergangenen Jahr begonnen Investitionen in Spielplätze will die Stadt in diesem Jahr mit einem Aufwand von 77 000 Euro fortsetzen. Davon soll unter anderem die Spielplatz in Mittelberg profitieren.

Weil es auch in den folgenden Jahren weiter gehen soll mit der Entwicklung wurden für einige Projekte zumindest die erwarteten Planungskosten in den Haushaltsplan aufgenommen. "Dabei geht es zum Beispiel um die Fortsetzung der Städtebauprojekte wie im Bereich Alt-Oeslau und Alt-Mönchröden", sagte Marco Steiner. Aber auch für eine Sanierung des Rathauses sollen Pläne gemacht werden. Allein für die Planung einer Generalsanierung der Schule in Mönchröden sind 450 000 Euro vorgesehen. Und auch ein möglicher Kreisverkehrsplatz an Stelle der Ampelkreuzung bei Goebel und der Zufahrt zur Rosenau soll die Planer beschäftigen.

Lückenschluss für den Raweg

Mit einem Radweg entlang der Itz zwischen Waldsachsen und Coburg-Cortendorf rückt ein Projekt seiner Verwirklichung näher, das schon seit vielen Jahren immer wieder Thema war. Nach Gesprächen mit Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) ist Marco Steiner zuversichtlich, dass der Weg gebaut werden kann, obwohl er durch ein FFH-Gebiet führt. "Da wäre zwar nur eine wassergebundene Decke möglich, aber dafür könnten wir eine Genehmigung bekommen", erklärte Marco Steiner. Doch zuvor müsste die Stadt den Grund und Boden erwerben. Dazu gibt es positive Signale - aber auch ein Problem. "Teilweise sind die Flächen im Eigentum von Erbengemeinschaften und da sind nicht alle Beteiligten so einfach zu finden", beschreibt Marco Steiner die Schwierigkeit. Gelingt der Ankauf, wäre ein sechsstelliger Betrag für den Bau nötig. Doch da weiß der Bürgermeister, dass es erhebliche Fördermittel gibt, die in Aussicht stehen.