"Kirchenmusik - Zukunftsmusik", so heißt der Slogan des Orgelbauvereins Königsberg, der auch auf den rosa Schweinchen zu finden war, die in den vergangenen Wochen an vielen verschiedenen Stellen öffentlich in Königsberg aufgestellt waren. Diese Schweinchen sollten für die Anschaffung der neuen Orgel in der Marienkirche in Königsberg "gefüttert" werden und so mit dem Inhalt einen weiteren finanziellen Zuschuss zu den Kosten zu bekommen.

Am Freitagabend fand nun das "Schlachtfest" der Orgelbauschweine in der Rudolf-Mett-Halle statt. Über 200 Gäste waren gekommen, aber nicht nur, um beim Entleeren der Sparschweine dabei zu sein, sondern auch, um eine richtige Schlachtschüssel zu genießen. Diese wurde ihnen von "Küchenchef" Alfred Austel mit vielen fleißigen Helfern und Helferinnen serviert. Pfarrer Peter Hohlweg stellte dazu in seiner Begrüßung fest, dass es wohl die größte Schlachtschüssel sei, die es bisher in Königsberg gegeben habe. Es sei dazu noch angefügt, dass es für Kesselfleischverächter auch eine vegetarische Pizza zu essen gab.

Neue Mühleisen-Orgel

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In seiner Begrüßungsansprache informierte er die Gäste auch darüber, dass die neue Mühleisen-Orgel im Herbst dieses Jahres in der Marienkirche Aufstellung finden wird. Damit werde ein über zehn Jahre dauerndes Projekt zu einem Abschluss kommen. "Manche haben es nicht mehr geglaubt, manche haben vielleicht gehofft, dass es schneller gehen könnte. Aber heuer ist es soweit."Hohlweg verschwieg aber auch nicht, dass dieses Projekt nicht unumstritten sei. Aber gute und großartige Projekte wären schon immer nicht unumstritten gewesen.

"Ein Jahrhundertprojekt"

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In Fachkreisen werde die Entscheidung für diese neue Orgel durchaus über Landesgrenzen hinweg wahrgenommen. Sie sei aus der Sehnsucht geboren, schöne und musikalische Gottesdienste zu feiern, Konzerte zu hören und nachfolgenden Generationen etwas Bleibendes zu hinterlassen. "Eine Orgel ist ein Jahrhundertprojekt, da brauchen wir uns nichts vormachen. Nur wenige dürfen das erleben in ihrer Kirchengemeinde und viele werden uns dafür auch beneiden."

Pfarrer Hohlweg ging auch auf die Kosten des Projekts "Neue Orgel" ein. Insgesamt wurden bisher, ohne den gestrigen Abend, 242 000 Euro an Spenden gesammelt. Die Kosten der Orgel belaufen sich auf 388 033 Euro. Da mit Baunebenkosten gerechnet werden müsse, gehe man von ungefähr 400 000 Euro Gesamtkosten aus. Der jetzige Spendenstand sind 61,25 Prozent der Gesamtsumme. Für Pfarrer Peter Hohlweg ein großartiges Ergebnis.

Dass dieser Abend dazu auch einen guten Beitrag leistete, zeigte das Ergebnis des "Orgelschweinschlachtfestes". Mit insgesamt 2358 Euro waren die 47 Orgelbauschweine gefüttert worden, die an diesem Abend abgegeben wurden. Einige sind noch in der Stadt unterwegs und werden noch gefüllt.

Das"fetteste Schwein": 150 Euro

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Das fetteste Schwein erbrachte 150 Euro, das zweite 142,84 Euro und das dritte 131,30 Euro. Dazu kommen noch der Erlös vom Abend und die Spenden, die noch eingingen.

Auf der Zielgeraden

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Jetzt sei man, so Peter Hohlweg, auf der Zielgeraden und es gelte, die Anstrengungen zu verdoppeln. Denn nun ginge es darum, noch die restlichen knapp 40 Prozent der Kosten hereinzubringen, wozu der Pfarrer auch um weitere Spenden, auch außerhalb von Königsberg, bat. Dafür und für das Kommen der vielen Gäste an diesem Abend bedankte sich Pfarrer Hohlweg herzlich: "Das zeigt uns, dass Sie dieses Orgelprojekt unterstützen!"

Musik und Gedichte

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Passend ausgestaltet wurde der Abend durch den Posaunenchor unter der Leitung von Wolfgang Fischer mit passenden Musikstücken, Lisbeth Baier mit dem Vortrag von fünf Gedichten, durch Tanzvorführungen der Modern Jazz Dance Gruppe des VBW Königsberg und mit zwei Liedern des ökumenischen Kirchenchores mit Dirigentin Kerstin Wrzosok.