Ob das persönliche Erscheinen der beiden Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD, Ebern) und Wolfram Thein (SPD, Maroldsweisach) im Pfarrweisacher Gemeinderat zu der geplanten Bus-Freizeitlinie Ebern - Bad Rodach etwas bewirkt hat, wird man erst im Januar feststellen können.

Bei der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend in der Turnhalle Pfarrweisach hielten Thein und Hennemann, die seit Beginn der Planungen für die Freizeitlinie dabei sind, teils emotionale Reden pro Freizeitlinie. Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) sieht die Linie ebenfalls "einen Versuch wert".

Vor einigen Wochen hatte sich der Pfarrweisacher Gemeinderat gegen eine Beteiligung der Gemeinde ausgesprochen. Also war "Nachhilfe" angesagt. Un-ter den Gemeinderäten herrscht nach wie vor Skepsis. Grund ist, dass sich die Gemeinde Pfarrweisach finanziell an der Linie beteiligen muss. "Maximal 3120 Euro" kostet es die Gemeinde jährlich. Je nachdem, wie viele Einheimische und Touristen den Bus nutzen, verringert sich der Betrag für die Gemeinde.

Geplant ist laut Thein ab Ostersamstag nächsten Jahres jeweils samstags dreimal eine Omnibuslinie von Ebern über Pfarrweisach, Maroldsweisach, Heldburg nach Bad Rodach und zurück - das Ganze auf die Dauer von drei Jahren. Dadurch wolle man in erster Linie den Touristen etwas bieten, aber auch die einheimische Bevölkerung könne diese Linie nutzen, und beispielsweise die älteren Bürger könnten, so Bürgermeister Oppelt, die Linie ins Thermalbad Rodach nutzen.

Diese Buslinie ist eine andere als der Burgenwinkel-Express, der sonntags laufen wird. Drei Jahre habe man deshalb gewählt, erklärt Hennemann, weil man in einer kürzeren Zeitspanne keine aussagekräftigen Ergebnisse erhalte. Laut Wolfram Thein will man damit auch "das Hinterland erschließen".

Diskussion

Für den Zweiten Bürgermeister Christoph Göttel (FW) ist das "zu viel Geld" für eine dreijährige Probezeit; das sei besser angelegt beispielsweise in Kinderspielplätze. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Gemeinde einen Nutzen davon habe.

Gemeinderat Lukas Eisfelder (FW) sprach aus eigener Erfahrung als Gastwirt, dass die Gäste "eher in die Städte nach Bamberg oder Coburg fahren". Und Frank Schmidt (CSU) sagte, er könne dem nicht zustimmen, wenn die Burgruine Lichtenstein aus der Fahrtroute ausgeblendet werde. Das sei zu zeitaufwendig, sagten Hennemann und Thein unisono; denn eine Linie müsse in einer bestimmten, kurzen Zeit abgefahren werden, sonst werde sie nicht angenommen. Und der "Schlenkerer" nach Lichtenstein sei zu zeitaufwendig.

Josef Kneuer (CSU) und Beate Giebfried (FW) meinten, sie seien anfangs gegen eine solche Linie gewesen, würden dem aber eine Chance geben. "Skepsis bleibt aber", sagte Giebfried.

Nach einer Stunde Diskussion fasste Oppelt das Debattierte zusammen, mahnte aber das Gremium: "Wenn wir uns heute wieder ausklammern, dann werden wir bei künftigen Projekten nicht mehr berücksichtigt; eine dritte Chance bekommen wir nicht mehr". Und so bat er Hennemann und Thein um Bedenkzeit - und bat sie zu prüfen, ob Lichtenstein doch angefahren werden kann. So wurde ein Beschluss einstimmig vertagt - auf die Januar-Sitzung.