Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Pfarrweisach, Ralf Nowak (Unabhängige Liste Bürgerblock, ULB), legt sein Mandat als Gemeinderat nieder. Was sich in den vergangenen Tagen als Gerücht gehalten hat, bestätigte Nowak am Samstag in einem Telefonat mit unserer Zeitung.

Als Begründung gibt er an, er habe festgestellt, "dass die Systeme zwischen ihm und dem neuen Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) inkompatibel sind". Auf gut Deutsch heißt das, deren beider Meinungen seien "nicht zueinander passend" oder "unvereinbar miteinander", so der Wortlaut im Duden.

Ralf Nowak erlitt am 15. März eine unerwartet hohe Niederlage bei der Wahl des Bürgermeisteramts in Pfarrweisach. Nur 20 Prozent der Wählerstimmen konnte er für sich gewinnen. Zwei Wochen später kam es dann zu einer Stichwahl zwischen Oppelt und Christoph Göttel (Freie Wähler), aus der Oppelt als Sieger hervorging.

Nowak weiter: "Ich kann nicht jedesmal dagegen gehen, das kann nicht gut gehen, das ist für die Gemeinde nicht gut." Er habe sechs Jahre als Bürgermeister versucht, für die Gemeinde da zu sein. Bei den Vorbesprechungen für die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats habe die ULB gegenüber der gemeinsamen Liste aus CSU, Freien Wählern und der Kommunalen unabhängigen Liste (KUL) "nur ein Minimum bekommen" - nur das, was der Stimmenverteilung nach den jeweiligen Gruppierungen zusteht, kritisiert Nowak. Er bedauert, dass bei der Entsendung in die Verbände wie VG-Versammlung oder Schulverband nur Gemeinderäte der gemeinsamen Liste vorgeschlagen worden seien. Offiziell werden diese Vertreter sowie die Referenten und Ausschüsse bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung morgen, Dienstag, gewählt. Um nicht "ins Blaue" zu laufen, hatten sich die Parteien und Gruppierungen - wie allgemein üblich - intern zu einer Absprache getroffen.

Nowak habe sich die Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, "nicht leicht gemacht", sagte er in dem Telefonat. Die Kündigung habe er Mitte vergangener Woche beim Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern, Dirk Suhl, abgegeben; Oppelt sei telefonisch von ihm, Nowak, informiert worden. Ob Nowak trotzdem bei der morgigen Sitzung dabei sein wird, will er von einem Gespräch am heutigen Montag mit Dirk Suhl abhängig machen, denn "noch bin ich ja eingeladen", so Nowak.

Der ehemalige Bürgermeister hat bei der Wahl zum Gemeinderat mit 988 Stimmen die fünftmeisten Stimmen erhalten. "Krösus" bei der Gemeinderatswahl war Christoph Göttel mit 1644 Stimmen, gefolgt von Markus Oppelt mit 1586 Stimmen. Deshalb wird aller Voraussicht nach Göttel das Amt des Zweiten Bürgermeisters übernehmen, wie es heißt. "Nachrücker" für Nowak auf der ULB-Liste ist Sonja Appel aus Pfarrweisach. Die 46-jährige Versicherungskauffrau war einige Jahre Vorsitzende des Elternbeirats der Kindertagesstätte Pfarrweisach und erhielt bei der Gemeinderatswahl am 15. März 468 Stimmen.

Wie Oppelt gegenüber unserer Zeitung sagte, werde man den Verzicht von Ralf Nowak am Dienstag bei der Gemeinderatssitzung informell zur Kenntnis nehmen. Eine Vereidigung von Appel könne frühestens in der nächsten Sitzung stattfinden, "weil die Kündigung zu kurzfristig eingegangen ist".