Der Gemeinderat Pfarrweisach ist verärgert über die katholische Kirchenverwaltung Pfarrweisach. Weil die Container für die erweiterte Krippengruppe voraussichtlich erst Ende dieses Jahres bezugsfertig sind, ist die Gruppe vorübergehend im Pfarrsaal untergebracht - und dafür will die Kirchenverwaltung einen Mietbeitrag in Höhe von 1500 Euro im Monat. Dieser Betrag hat in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend für Kopfschütteln gesorgt. Der Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) teilte mit, der ursprüngliche Betrag sei von der Diözese Würzburg sogar 1800 Euro gewesen. Nach "intensiven Gesprächen" habe der Betrag auf 1500 Euro gesenkt werden können, den auch der zuständige Dekan Stefan Gessner genehmigt habe.

"Sehr dreist"

Gemeinderat Werner Hauck (ULB) nannte es "sehr dreist und unverschämt von der Kirchenverwaltung"; er erinnerte, dass die Gemeinde zum Bau des Pfarrsaals 75 000 Euro als Zuschuss gegeben habe. Wegen der Corona-Pandemie, so Bürgermeister Oppelt, könnten im Pfarrsaal "sowieso keine Veranstaltungen stattfinden und so gibt es auch keine Einnahmen". Einige Gemeinderäte kreideten der Kirchenverwaltung an, die eigene Kasse durch die Mieteinnahmen der Kindergruppe damit aufzubessern.

Noch einmal höhere Kosten

Der Bau der Containeranlage für die Krippengruppe wird erst bis Ende dieses Jahres fertig sein. Die Anlage soll bekannterweise auf dem Grundstück gegenüber der Kindertagesstätte erstellt werden. Auch hier mussten die Gemeinderäte schlucken: Statt geplanter 230 000 Euro kommt der Bau auf rund 300 000 Euro. "Das ist ordentlich weit weg von dem, was kalkuliert war", resümierte Markus Oppelt.

Zuschlag erteilt

Von zwei Angeboten erhielt eine Firma aus Schwabach den Zuschlag, die für rund 300 000 Euro am günstigsten angeboten hatte. Auch wenn es dazu mindestens 50 Prozent finanzielle Förderung gibt, wird die Gemeinde mit 150 000 Euro belastet werden. Oppelt hat Hoffnung, dass "vielleicht etwas mehr als 50 Prozent herausspringen; das wird zurzeit geprüft". Er teilte dem Gremium mit, dass mittlerweile die Versorgungsleitungen zur geplanten Containeranlage verlegt seien. Bis jetzt seien 32 000 Euro Kosten angefallen. Oppelt dankte in dem Zusammenhang dem Dritten Bürgermeister Sebastian Bock (FWG), der für die Notgruppe schon "einiges an Mobiliar gezimmert hat".

Nochmals zum Thema Kindergarten: Dirk Suhl, der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, mahnt die Gemeinde Pfarrweisach an, "über eine angemessene Gebührenerhöhung beim Kindergarten nachzudenken, um das jährliche Defizit nicht ansteigen zu lassen". Allein über die Tarifsteigerungen würden im Beschäftigtenbereich alljährlich Mehrkosten anfallen. Und so hat der Gemeinderat eine Neufassung der Benutzungsgebühren für die gemeindliche Kindertagesstätte "Pfiffikus" einstimmig genehmigt. Laut Bürgermeister Oppelt ist Pfarrweisach im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Ebern bei den Gebühren ohnehin am günstigsten.

Argumentation

Nach den Worten von Zweitem Bürgermeister Christoph Göttel (FWG) könnte man die aktuelle Situation nutzen, um die Erhöhung zu begründen: Neubau der Containeranlage, Miete für den Pfarrsaal und steigende Löhne und Gehälter. Ein Beispiel aus der Erhöhung: Bei der Buchung der Kinderbetreuung für sechs bis sieben Stunden täglich - das ist laut Oppelt die am meisten gebuchte Version - beträgt die Monatsgebühr bis jetzt 107 Euro. Nach der neuen Satzung steigt der Betrag ab 1. Januar auf 130 Euro und ab 1. September nächsten Jahres auf 145 Euro. Als Vergleich dazu schreibt die VG, dass die Beiträge für die Caritas-Kindergärten schon jetzt bei 165 Euro monatlich lägen.

Förderung

Einige Gemeinderäte sahen die Erhöhungen "drastisch", doch habe sich, so Oppelt, die Gemeinde in den vergangenen Jahren den Luxus gegönnt, die Beiträge nicht oder nur vage zu erhöhen. Außerdem gaben er und Göttel zu bedenken, dass es für jedes Kindergartenkind seit 2019 einen monatlichen Staatszuschuss von 100 Euro gibt - also müssten die Eltern rechnerisch 30 bis 45 Euro monatlich "verkraften", hieß es weiter.