Mit Jonas Merzbacher (SPD) behält Gundelsheim nach der Kommunalwahl seinen Bürgermeister Jonas Merzbacher. Nachrückerin für ihn ist Renate Brütting, die bereits im letzten Gemeinderat saß. Mit Birgit Eichfelder (SPD), Sean Steuart (CSU), Ulrike Steinbock (FWG) und Stefan Wolf (FDP) zog von jeder Liste ein Neuer in den Gemeinderat ein. Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters gab es die Überraschung: Gerlinde Fischer (Grüne) gewann mit 9:8 gegen den früheren "Vize" Robert Martin (BG).

Die SPD war mit fünf (plus Bürgermeister) in den neuen Gemeinderat eingezogen, die BG mit zwei. Die CSU stellt vier, die Grünen zwei, die FWG zwei und die FDP einen Gemeinderat. Auch wenn die Wahl geheim stattfand, dürfte es klar sein, dass die drei letztgenannten Gruppen sich mit ihrer Kandidatin durchsetzten. Aus CSU-Kreisen hieß es jedenfalls, dass sie über "ihren eigenen Schatten" gesprungen seien und die Grüne Kandidatin gewählt hätten.

In den Gemeindeausschuss, in dem wie in jedem anderen Ausschuss der Bürgermeister immer Vorsitzender ist, kamen weiterhin Bernd Gotthardt (SPD), Sean Steuart (CSU), Gerlinde Fischer (Grüne), Robert Martin (BG), Ulrike Steinbock (FWG) und Stefan Wolf (FDP).

Bürgermeister Merzbacher berichtete in der Sitzung über die geplante Barrierefreiheit am Rathaus und der katholischen Kirche. Beide Gebäude seien für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe nicht zu erreichen, erklärte er. Die Räume um die Anwesen würden zurzeit vom Büro Dürsch aufgeplant. Diese Maßnahme sei aber nur für etwa drei Jahre geplant, und man wolle sie deshalb in einem wirtschaftlich nachvollziehbaren Kostenrahmen halten. Die neuen Rampen müssten dann aber für Rollstuhlfahrer alleine zu bewältigen sein.

Handlungsbedarf beim Friedhof

Der Friedhof als nächster Punkt der Tagesordnung rief mehrere Wortmeldungen nach sich. Merzbacher rief in Erinnerung, dass man sich in der vorletzten Sitzung einig gewesen sei, dass die Umgestaltung des Friedhofs vorangetrieben und zeitnah durchgeführt werden solle. Auch in der Arbeitsgruppe sei man der Meinung gewesen, dass 2021 die Umsetzung erfolgen sollte. Dies fand Robert Martin so in Ordnung. Christian Wolf sagte, dass der Friedhof mit die erste Visitenkarte der Gemeinde sei und unterstrich den dringenden Handlungsbedarf. Dem stimmte auch Gerlinde Fischer für ihre Partei zu. Stephan Zwosta fand das nächste Jahr als Ziel pragmatisch, wollte aber mit Detailplanungen im September beginnen.

Auch die bauliche Anlage und die Rechtsgrundlage des Entwässerungsgrabens entlang der nord-östlichen Bebauung wurden eingehend diskutiert. Der Bürgermeister bestätigte, dass es die Gemeinde gestattet habe, hier Grüngut zu entsorgen. Probleme bereiteten nun die privat errichteten Stege zum Überqueren des Grabens, da sie kein Geländer haben und es von ihnen doch steil in die Tiefe gehe. Die Gefahren bestünden vor allem für Kleinkinder. Deshalb müssten alle Stege zurückgebaut werden. Auch Zäune als Lösung wurden kontrovers diskutiert. Johannes Lang sprach sich gegen solche aus und erinnerte an die Mündigkeit der Bürger. Im Interesse und aufgrund der Pflicht der Gemeinde wurde für den Rückbau der Stege votiert.

Mehr Platz für Kindergarten

Bei den allgemeinen Informationen kam die Kläranlage zur Sprache. Die Genehmigung für die laufende sei vorhanden, sagte der Bürgermeister und ergänzte, dass die Mehrheit die eigene Kläranlage behalten wolle. Beim Bericht über die Erweiterung des Kindergartens wurde der Bau eines zweiten oder die Aufstockung des bestehenden erörtert. Beim Bau eines Waldkindergartens sprach sich die Mehrheit der Räte in der Diskussion dafür aus, dass mindestens zehn der zwölf Kinder aus Gundelsheim stammen müssten. Man lasse sich hier nicht von außen unter Druck setzen.