Die Gemeinde hat viel vor. Sie will in nächster Zeit eine ganze Reihe an Investitionen bewältigen. Und das Geld dafür ist da, wie Bürgermeister Harald Hübner in der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im "Bräuwerck"sagte. "Die Gemeinde ist nahezu schuldenfrei, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 269 Euro weit unter dem Landesdurchschnitt."

Die Maßnahmen reichen vom Straßenbau, der Parkplatzerweiterung, der Sanierung des Feuerwehrhauses und der Neugestaltung des Platzes zwischen Gerätehaus und Rathaus bis zum Digitalpakt für die Schule, den Kinderspielplätzen und dem Hochwasserschutz. Für Letzteren allein werden in den kommenden Jahren über 300 000 Euro bereitgestellt. Der Haushalt 2019 lässt das zu.

14 Millionen in vier Jahren

Und der Etat 2020 soll laut Hübner schon im nächsten Monat verabschiedet werden. Er sieht weitere Investitionen für die Sanierung verschiedener Wege im Ortskern, für die Erschließung eines weiteren Baugebiets sowie die Gestaltung des Parks unterhalb des Friedhofs vor. "Von 2020 bis 2023 werden nach jetzigem Planungsstand für alles rund 14 Millionen Euro bereitgestellt", machte der Bürgermeister die Größenordnung deutlich.

Und er konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. "Aktuell 3744 Einwohner sind der niedrigste Stand seit 2011, da tut der Bürgerentscheid gegen das vorgesehene große Baugebiet an der Dreschenauer Straße schon noch etwas weh." Denn in Neudrossenfeld gebe es eine gute Infrastruktur mit allen notwendigen Versorgungseinrichtungen.

Als positiv bewertete der Bürgermeister das Seniorenheim "Haus Rotmaintal" und die Entwicklung des Gewerbegebiets Unterbrücklein, die zusammen 300 neue Arbeitsplätze gebracht haben - "in der Gesamtgemeinde gibt es 950". Man kümmere sich auch um das Parkplatzproblem im Gewerbegebiet, das werde in Kürze behoben sein. Ebenso sei 2020 ein Fußweg von Brücklein zum Gewerbegebiet geplant. Um die Bürger von den Außenorten besser zu den Arztpraxen, ins Rathaus und ins Gewerbegebiet zu bringen, könnte ein Bürgerbus eingesetzt werden. "Bitte melden Sie sich im Rathaus, damit wir die Akzeptanz wissen", appellierte Hübner an die Bevölkerung.

Auch über das Aufstellen von Mitfahrbänken denke man nach.

"Eine gewaltige Entlastung"

Ins Detail ging Hübner beim Parkplatz im Ortskern. Grunderwerb und Abbruch des Anwesens Waldmann neben dem Schlossplatz seien bereits abgeschlossen, zurzeit laufe die Ausschreibung. Bis Mitte 2020 solle das Projekt abgeschlossen sein. "Es wird eine gewaltige Entlastung des Parkproblems in der Mitte von Neudrossenfeld sein, diese Ergänzung war einfach notwendig." Einen Schnellschuss vor Ablauf der förderschädlichen Frist hätte der Bürger nicht verstanden und nicht gewollt, war er sich sicher.

In der Diskussion zeigten sich die Bürger insgesamt zufrieden. Ein Vorwurf war, dass zu wenig Baugebiete ausgewiesen werden. "Ich bin da ganz Ihrer Meinung", erwiderte Hübner. Er habe das 2015 ändern wollen, "das wurde jedoch torpediert".

Radweg zu teuer

Thomas Kilian wollte wissen, wann die Silberquelle wieder aktiviert wird. Der Bürgermeister dazu: "Wie lange das noch dauert, weiß ich nicht. Das ist noch mit dem Wasserwirtschaftsamt abzustimmen."

Im Neubaugebiet "Am Jurablick" hätte Georg Wurst gern eine Ringstraße, damit Rettungsfahrzeuge und große Laster eine bessere Abfahrtsmöglichkeit haben. Hübner entgegnete, dass die Straße breit genug und mit Randstreifen versehen sei. Peter Zahn wünschte sich einen Radweg von Neudrossenfeld nach Pechgraben, was der Bürgermeister nicht guthieß: "Zu teuer und auf der Gemeindeverbindungsstraße fahren auch nicht so viele Autos."

Einen Spiegel zum sicheren Abbiegen beim Anwesen Bloch an der Abzweigung der Bayreuther Straße in den Itzgrund wünschte sich ein Anlieger, die Gemeindeverwaltung will das prüfen. Und ganz zum Schluss bat ein Neubürger, um "etwas mehr Kommunikation zwischen Gemeinde und Gemeinderat sowie Bevölkerung".