Ein 1930 geschaffenes Porträt einer Frau mit Plassenburg und Spitalkirche im Hintergrund wurde vor wenigen Monaten von den Freunden der Plassenburg im Münchner Kunsthandel erworben. Das vom Münchener Maler Franz Xaver Braunmiller auf Holzplatte gemalte Damenbild gibt Rätsel auf. Wer ist die Frau? Was hat sie mit Kulmbach und der Plassenburg zu tun?

Das Interesse an dem Bild ist sehr groß, wie aus einer Pressemitteilung des Vereins hervorgeht. Die von den Freunden der Plassenburg bei Facebook online gestellte Bitte um Mithilfe bei der Suche nach der Identität der Dame verzeichnete bereits nach zehn Tagen über 5000 Aufrufe.

Fotos des Gemäldes, die der Verein auf seiner Webseite und in den sozialen Medien online gestellt habe, seien eine erste gute Informationsquelle, aber das Porträt in der realen Welt betrachten zu können, etwas ganz anderes. "Immer wieder wurden wir gefragt, ob man sich das Bild einmal genauer betrachten könne", so der Vorsitzende des Vereins, Peter Weith.

Diesen Wünschen wollten die Plassenburgfreunde nachkommen und haben sich an die Museumsleitung und den Oberbürgermeister als Vorsitzenden der Stiftung Landschaftsmuseum Obermain und Deutsches Zinnfigurenmuseum gewandt. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) zeigte sich von dem Porträt fasziniert: "Das wird sicher ein neues Highlight für die Ausstellung hier im Museum."

Umzug in Schauräume

Auch die neue Leiterin des Landschaftsmuseums Obermain, Nina Schipkowski, sagte spontan ihre Unterstützung zu. Es wurde ein geeigneter Standort gesucht sowie eine Vitrine, um das 81 Zentimeter breite und 87 Zentimeter hohe, wertvolle Bild zu schützen. Am vergangenen Freitag zog nun die große Unbekannte vom Depot in die Schauräume des Landschaftsmuseums Obermain um, wo es bis zum Jahresende zu sehen sein wird. Danach wollen es die Freunde der Plassenburg restaurieren lassen.

Insgesamt mehr als 80 Vorschläge und Tipps sind bisher eingegangen. Die Vorstandsmitglieder sichten alle, gehen den Spuren nach und werten sie aus. Man freue sich über weitere Einsendungen. Jeden einzelnen Tipp zu beantworten, werde etwas dauern, da die Hinweise, die mit Belegen oder guten Argumentationen eingehen, erst genau geprüft werden müssten. Einige Vorschläge lassen sich bereits ausschließen, darunter Kaiserin Auguste Victoria , Kaiserin Elisabeth "Sisi" von Österreich, die Spionin Mata Hari, Cosima Wagner, deren Schwiegertochter Winifred Wagner und die Mundartdichterin und Sagensammlerin Elise Gleichmann.

Die Freunde der Plassenburg wünschen sich Hinweise zum Namen der Frau, den bisherigen Besitzern und dazu, wo das Bild früher vielleicht gehangen hat. Begründete Tipps können an die E-Mail-Adresse geheimnis@freunde-der-plassenburg.de, an die Postadresse Rosenkrantzstraße 28-30, 95326 Kulmbach oder die Fax-Nummer 09221/87847199 gesendet werden. red