Der Coburger Bahnhof ist seit kurzem ein "Zukunftsbahnhof". Diesen Titel dürfen 16 Bahnhöfe bundesweit tragen, die im Zuge eines Sonderprogramms eine gewisse Aufwertung erfahren haben. In Coburg bedeutet das konkret: Die Eingangshalle ist renoviert, dort stehen eigens für diesen Raum geschaffene Bänke (aus Standardelementen), auf dem ICE-Bahnsteig wurde ein Selfie-Point markiert, damit Besucher sich mit der Coburger Veste im Hintergrund fotografieren können, und noch einige Dinge mehr. Einiges vom Coburger und den anderen "Zukunftsbahnhöfen" könnte sich irgendwann auf allen Bahnhöfen finden. "Was gut bei den Reisenden ankommt, kann schon bald Standard an vielen weiteren Stationen deutschlandweit werden", erklärt dazu eine Bahnsprecherin.

Inzwischen ist das nächste Sonderprogramm für Bahnhöfe aufgelegt: 120 Millionen Euro fließen bundesweit "in mehr Komfort, bessere Reisendeninformation und Energiesparmaßnahmen", heißt es seitens der Bahn. 1000 Bahnhöfe sollen so renoviert werden. In der Region profitiert der Bahnhof Forchheim von dem Programm. Zu den "Top-Standorten" in Franken gehören noch Ansbach, Aschaffenburg-Süd und Schwabach. Aber auch in Steinbach am Wald, Meeder, Coburg-Neuses, Michelau, Hochstadt/Marktzeuln, Mainroth und Mainleus sollen laut der Bahnsprecherin aus Franken "Verbesserungen" vorgenommen werden.

Auch 2020 lief ein solches Konjunkturprogramm, mit dessen Hilfe laut der Bahnsprecherin rund 600 Bahnhöfe im gesamten Bundesgebiet aufgehübscht wurden. Damals waren auch Kronach und Kulmbach dabei: In einem Fall wurde die Wartehalle saniert, im anderen die Treppenaufgänge.

Das Versprechen, den Coburger Bahnhof aufzumöbeln, gab die Bahn schon 2019, als der damalige Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) noch im Amt war. Die Neugestaltung der Empfangshalle sei "gelungen", findet Tessmer. Aber er sieht noch einige offene Baustellen, und damit meint er nicht nur die tatsächlich vorhandene im Fußgängertunnel, dessen Wände neu gestaltet werden. Nebengebäude des Bahnhofs wie frühere Stellwerke oder die alte Eilguthalle/Kantine befinden sich in einem "völlig desolaten Zustand", kritisiert Tessmer. Die Gärten im Bereich der früheren Bahnmeisterei würden "Trümmerfeldern gleichen". Die Stadt selbst habe viel für ein attraktives Bahnhofsumfeld getan, sagt der frühere OB: Zuletzt finanzierte sie einen Parkplatz für die Fahrgäste der Bahn direkt am Bahnhof für 1,4 Millionen Euro.