Nach Stephanus Neubauer für die CSU, Susanne Daum für "Menschen im Mittelpunkt" sowie Karin Bayer für die SPD wirft auch Frank Jakob seinen Hut für den Bürgermeisten-Posten in Teuschnitz in den Ring. Der parteilose Kandidat erhielt bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler Teuschnitz im Vereinsheim des SV Wickendorf 100 Prozent der Stimmen. Der Teuschnitzer ist Geschäftsleiter bei der Stadt Wallenfels, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 15 und 17 Jahren.

"Meine Entscheidung ist erst in den letzten beiden Wochen gereift", räumte der Bürgermeister-Aspirant ein. Bestärkt in seiner Entscheidung habe ihn der Rückhalt und Zuspruch seiner Familie sowie seines Arbeitgebers, der Stadt Wallenfels mit Bürgermeister Jens Korn. "Ich spiele mit offenen Karten", betonte der 50-Jährige, der - nach eigenem Dafürhalten - alle wesentlichen Voraussetzungen für den Bürgermeister-Posten mitbringt.

Hierzu zählt vor allem seine 30-jährige Erfahrung aus seiner Tätigkeit in der Kommunalverwaltung, die er 1986 in der VG Teuschnitz begann. 1989 wechselte nach Wallenfels, wo er - nach mehreren Weiterbildungsmaßnahmen - seit 2006 als Geschäftsleiter tätig ist. Seine Aufgabengebiete umfassen beispielsweise Maßnahmen rund um die Städtebauförderung, inklusive Abwicklung des interkommunalen Förderprogramms für das Obere Rodachtal, die Betreuung von Maßnahmen der Dorferneuerung sowie Hoch- und Tiefbau als auch die Leitung der städtischen Einrichtungen.

"Die Verwaltung verstehe ich als Dienstleister der Kommune", verdeutlichte er, für Bürgernähe, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz zu stehen. Auf die Fahnen schreibe er sich in Teuschnitz vor allem eine Förderung der Vereinsarbeit sowie Stadtratstätigkeit über Parteigrenzen hinweg.

"Ich bin ehrgeizig und setze mich für meine Ziele ein", führte Jakob aus. Er sei dankbar für konstruktive Kritik, Anregungen sowie Mitarbeit aus allen Richtungen. Wert legte er auf die Feststellung, kein Parteidiener zu sein: "Ich trete als parteiloser Bewerber an und werde das auch beibehalten!"

Der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Teuschnitz, Michael Hebentanz, hatte eingangs an die Anfänge vor sechs Jahren mit damals vier Leuten erinnert. Heute präsentiere man sich in einer ganz anderen Größenordnung und Bewerbern quer durch alle Alters- und Berufsgruppen sowie Ortsteile. "Allen Respekt, was hier im Vorfeld geleistet wurde", würdigte FW-Kreisvorsitzender Tino Vetter, der als Wahlleiter der beiden Wahlgänge fungierte. Die Bewerber-Anzahl belege das hohe Interesse in Teuschnitz an der Kommunalpolitik.

Hebentanz kündigte einen Sach- und Themenwahlkampf an. Scharfe Kritik übte er indes an Bürgermeister-Kandidat Stephanus Neubauer, der auf Wahlflyern auch mit dem Kürzel FWG werbe. "Die Freien Wähler sind wir", betonte Hebentanz, dass es sich dabei um ein Plagiat handele. Diese Gruppierung sei kein Mitglied des Freie-Wähler-Kreisverbands Kronach und wurde im Januar 2008 aus dem FW-Landesverband ausgeschlossen. Sie sei seitdem nicht mehr befugt, den Namen "Freie Wähler", das Kürzel "FW" und das Logo der Freien Wähler zu benutzen. Für die Kommunalwahl habe dies keine Konsequenz. Danach werde man sich dies aber als Freie Wähler nicht mehr länger bieten lassen. Heike Schülein