Erneut stand die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der Tagesordnung der Gräfenberger Stadtratssitzung. Es wäre der vierte Park bei Walkersbrunn und der fünfte im Stadtgebiet überhaupt. Der Solarpark mit acht Hektar Fläche bei Guttenburg produziert bereits Strom. Zwei weitere bei Rangen mit 8,84 Hektar und 9,15 Hektar sind genehmigt. Allerdings gab es zu dem geplanten 17 Hektar großen Solarpark in Hohenschwärz heftigen Widerstand.

Nun soll eine weitere Anlage mit einer Größe von 4,6 Hektar im Ortsteil Rangen unweit von den beiden bereits genehmigten entstehen. Im Grundtenor begrüßen alle Parteien die erneuerbaren Energien vollumfänglich. Doch nach dem Widerstand in Hohenschwärz beschloss der Stadtrat , Vorrangflächen für solche Anlagen auszuweisen.

Das im Hinterkopf, ist der Stadtrat vorsichtiger geworden. „Sollten Einwendungen aus der Bevölkerung oder von Fachbehörden kommen, so müssen diese natürlich entsprechend gewichtet und in eine Entscheidung gegebenenfalls mit einbezogen werden“, meinte Werner Wolf (FW) dazu auf Nachfrage. Die SPD und CSU wollen warten und mit festgelegten Flächen eine geordnete Planung. „Mir ist es wichtig, die Bürger mit einzubeziehen. Daher möchten wir gemeinsam mit der Bürgerschaft Vorrangflächen im Flächennutzungsplan festlegen. Bis diese feststehen, sollten neue Projekte zurückgestellt werden“, erklärte Antje Rammensee ( SPD ).

Flächennutzungsplan abwarten

Ähnlich stellt sich die Situation für die CSU dar. Das Genehmigungsverfahren in Hohenschwärz habe verdeutlicht, dass solche Freiflächenanlagen auch skeptisch betrachtet werden. „Da in einer der letzten Sitzungen die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes beschlossen wurde, macht es Sinn, dieses Konzept abzuwarten, um weitere Flächen im Einklang von Mensch, Tier und Natur zu definieren“, plädiert Lars Laufer ( CSU ) auf Anfrage.

Den Grünen sagt das weniger zu. Das Vorhaben bis zur Überarbeitung des Flächennutzungsplans zurückzustellen, bedauern sie. „Das halte ich nicht für zielführend, denn das würde bedeuten, den Ausbau auf Jahre hinweg auszubremsen, und das ist nicht im Sinne der Energiewende , zu der sich die Stadt mit der Energieregion Südliche Fränkische Schweiz ausdrücklich bekannt hat“, betonte Matthias Striebich (Grüne). Zumindest würde er sich wünschen, dass die antragstellende Firma eingeladen werde, um ihre Planung vorzustellen, wie sie das angeboten hatte. Dem stimmte die CSU zu. Die Firma wird nun in einer der nächsten Sitzungen das Projekt vorstellen. Wo es dann gebaut wird, entscheidet sich noch. Grundsätzlich würde die SPD bei den PV-Projekten eine Bürgerenergiegenossenschaft sehr begrüßen. „Dann bliebe die Wertschöpfung komplett in der Gemeinde. Wenn die Gemeindebürger zusammen planen und profitieren können, würden auch keine weiteren Konflikte aufbrechen“, äußerte sich Martin Leipert, stellvertretender SPD-Ortsverbandsvorsitzender, dazu.