Einen fulminanten Theaterabend der Oberstufen-Theatergruppe des Herder-Gymnasiums Forchheim (HGF) erlebten die Besucher von „Romeo und Julia – das...
Einen fulminanten Theaterabend der Oberstufen-Theatergruppe des Herder-Gymnasiums Forchheim (HGF) erlebten die Besucher von „ Romeo und Julia – das Massaker der Liebe“ in der Aula des Herder-Gymnasiums. Zwei Jahre lang musste man warten, bevor eine solche Aufführung wieder möglich wurde.
Zwei Jahre dauerte die theaterlose Zeit, zwei Jahre, in denen die theaterbegeisterten Schülerinnen und Schüler des HGF und ihre Regisseurin Ruth Konrad so gerne gewollt hätten, wenn sie denn gedurft hätten. Nun endlich durfte die vor wenigen Monaten neu formierte Theatergruppe wieder vor Publikum spielen.
Zu dieser Gelegenheit wurde der Klassiker schlechthin ausgewählt, William Shakespeares „ Romeo und Julia “ – wenn auch mit einer besonderen Note, denn den Zusatztitel „Das Massaker der Liebe“ nach der Bearbeitung von Silvie Lang kennt man sonst eher nicht. Romeo – überzeugend liebestoll, ein schwärmerischer Stürmer und Dränger, herrlich hormongesteuert dargestellt von Lousia Uhl, verliebt sich in Julia aus der wohlhabenden Familie der Capulets, die Sanja Nehmzow mal zickig, mal schmeichelnd umgarnend gekonnt verkörpert. Alles könnte so schön sein, sogar die Familien (die mit der Situation etwas überforderte Mutter Capulet, authentisch gespielt von Hannah Weidt, und Vater Montague, den Johannes Becher als aristokratisch-disziplinierten Hagestolz verkörpert) sind – anders als bei Shakespeare – letztlich doch einverstanden, nur Julia will einfach nicht. Ihr Herz gehört Paris, dem charmant-arroganten Grafen, den Miriam Moré einfach unwiderstehlich auf die Bühne bringt.
Und dann ist da noch das berühmte Problem mit der Ex – der einfachen Müllerstochter (Emely Knobloch nimmt das Publikum als diese in ihren Bann), die ins Kloster abgeschoben wird. Ihren Romeo an Julia verlieren? Kommt nicht infrage, selbst wenn dabei versehentlich ein Unbeteiligter (der Gemüsehändler, einfühlsam gespielt von Khaled Al Darwish) sein Leben lassen muss.
Die vermeintlichen Nebenrollen wie die der Amme, Amelie Hagitte in einer intriganten Paraderolle, sowie die des lebensfrohen Mercutios, beeindruckend dargestellt von Yella Giannoulopoulos, entpuppen sich als die eigentlichen Strippenzieher im Stück. Ada Basal und Melissa Kröppel als gelegentlich aufmüpfige Bedienstete sowie Lars Schulze und Emilia Putnai als Leichengräber, die in diesem Massaker der Liebe alle Hände voll zu tun hatten, runden das Ensemble durch ihre überzeugenden Darstellungen ab. Ein großes Lob geht dabei an den Mann hinter dem Vorhang: Nick Lenkl behielt den Überblick über Ton/Licht und Requisiten. red